Samstag, 2. August 2014

» Laienschmerz «

 

 

Nachdem sich die Wettersituation just zum samstäglichen Vorabendgottesdienst heute so präsentierte -

 

Gewitter 2014-08-02 005

 

- und kurz darauf sintflutartige Regenfälle und Sturm einsetzten, mußten wir heute umdisponieren und anstatt in die barocke Kajetanerkirche, die von den Franziskanern betreut wird, in den Vorabendgottesdienst unserer Pfarre gehen.

Die erste Überraschung war, daß die Kirche wieder einmal wegen dringender Reparaturen geschlossen war und die Messe in den  noch relativ neuen Pfarrsaal verlegt wurde.
Abgesehen von dem furchtbaren Stadlambiente dieses architektonischen Meisterwerkes aus Holz und Glas war die nächste Überraschung, daß unser Pfarrer nicht da war und auch kein Kirchenmusiker, um die Hl. Messe am Pianino zu unterstützen.
Ein  kleines Häuflein Meßbesucher verstreute sich im großen Pfarrsaal und um den Altar pflanzten sich neben dem Aushilfspriester zusätzlich noch ein erwachsener Ministrant, 2 Lektoren und andere wichtige Laien auf, deren Wichtigkeit und Funktion mir leider entgangen sind. 
Der Priester machte das beste aus der tristen Situation, hat singend zelebriert und auch seine Predigt war ansprechend.

Bei den Fürbitten hatte ich wieder einmal das Gefühl, sie wurden erfunden und langwierig formuliert, um dem Vortragenden möglichst viel Zeit einzuräumen, seine laienhafte Wichtigkeit herauszustreichen. 

Den Clou lieferte aber unser Kommunionhelfer vom Dienst.
Es mutet ja ohnehin schon grotesk an, wenn man bei geschätzten 30 Kommuniongängern neben dem Priester noch einen Laienkommunionausteiler abkommandiert  – wobei ich gerade bei ihm den Verdacht habe, daß er sich meistens selbst rekrutiert – aber wenn dieser sich dann mit seinen Hostien so auf- und entgegenstellt, daß man keinerlei Möglichkeit mehr hat, zum Priester vorzudringen, welcher dann seinerseits leicht irritiert und unterbeschäftigt durch die Menge schaut, dann verursacht mir das den im Titel erwähnten »Laienschmerz«.

Jaja,  ich soll nicht jammern, doch wenn ich an folgende Worte denke, dann ist jammern wahrscheinlich noch viel zu wenig:

 


»…Bei allem Bemühen um die Liturgie muß der Blick auf Gott maßgebend sein. Wir stehen vor Gott – er spricht mit uns, wir mit ihm. Wo immer man bei liturgischen Besinnungen nur darüber nachdenkt, wie man Liturgie attraktiv, interessant, schön machen kann, ist Liturgie schon verfallen. Entweder ist sie opus Dei mit Gott als dem eigentlichen Subjekt oder sie ist nicht. Ich bitte an dieser Stelle: Gestaltet die heilige Liturgie aus dem Hinschauen auf Gott in der Gemeinschaft der Heiligen, der lebendigen Kirche aller Orte und Zeiten so, daß sie zu einem Ausdruck der Schönheit und Erhabenheit des menschenfreundlichen Gottes wird!..«
Papst Benedikt XVI, 9. September 2007

 

 


1 Kommentar:

  1. Hauptsache ist doch, daß es einen Wettersegen gab.

    Oder etwa nicht?
    *schockschwereot*

    AntwortenLöschen

Schreiben Sie ruhig einen Kommentar, aber bleiben Sie höflich und sachlich.

 Spamer und Trolle werden umgehend in den Wald zurückgeschickt.

Kommentare zu Posts, welche länger als 7 Tage zurückliegen
oder größer als 700 Wörter sind, werden aus organisatorischen Gründen
nicht veröffentlicht.