Montag, 4. August 2014

»inne«

 

Ganz Österreich befindet sich laut ORF und diversen anderen Staatsmedien zur Zeit in kollektiver Agonie und Trauer aufgrund des Ablebens der sozialdemokratischen Nationalratspräsidentin Barbara Prammer. Sie möge in Frieden ruhen und auch ihre Familie, welcher ich mein Beileid ausspreche, und die jetzt ohnehin eine sehr schwere Zeit zu durchleben hat, möge vor allem diese mediale und politische Aufgeilung am Tod der Politikerin unbeschadet überstehen.

Und wie immer, wenn Journaille und Politiker das Hinscheiden eines Menschens für ihre Selbstdarstellung mißbrauchen, kommt es dabei manchmal zu seltsam anmutenden Äußerungen und Situationen.
Beispielsweise heute im Ö1 Morgenjournal ein Interview von Helene Seelmann mit Gabriele Heinisch Hosek,  in welchem  die derzeitige Bildungsministerin ihrer Trauer freien Lauf lassen durfte, nicht ohne dabei immer wieder zu betonen, daß  viele positiven Eigenschaften Barbara Prammers selbstverständlich auch von ihr (Hosek) übernommen worden wären. Gut zu wissen, daß somit schon eine wahre und wahrhaftige Epigonin bereit steht.

Die zwei erstaunlichsten Sätze des Interviews stammten aber aus dem Mund der Journalistin Seehofer:

 

»…Barbara Prammer ist 1997 Frauenministerin geworden und hatte das Amt dann 3 Jahre inne. «

»…Barbara Prammer hatte als Nationalratspräsidentin das zweithöchste Amt im Staat inne….«

 

Endlich ein sinnvoller und auch grammatikalisch richtiger Gebrauch des Wortteils “inne”!


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