Dienstag, 22. Juli 2014

Heimat bist Du großer Sommerlöcher!

 

Als gelernter österreichischer Staatsbürger ist man Kummer gewöhnt.
Besonders schlimm wird es bei uns aber immer zur Sommerzeit.
Da ergeht und erregt sich so mancher Journalist und Adabei über eine Lungenentzündung, da werden plötzlich Hymnen umgedichtet und von einer sprachgewandten, in den Ruhestand tretenden Politikerin (richtig- kein Binnen - Iiieeeh) zur Verhunzung gebracht, indem man ihr (der Hymne) auf Gedeih und Verderben gar große Töchtersöhne hineinflickt - deren Werdegang  wiederum ganz schön unrühmlich enden kann- und nun kommt also erneut so eine große Tochter daher, die sich ernsthaft Sorgen um unser schönes Land macht.

Doch alle Sorgen (abgewrackte, abgesandelte Wirtschaft, Budgetloch, Verwaltungsreform, Pensionsantrittsalter u.s.w.) können vorerst einmal rein sprachlich gelöst werden, indem man beispielsweise den äußerst klugen und intelligenten Vorschlag der umsichtigen Frau Volksanwalt Gertrude Brinek (ÖVP) beherzigt:

 

Brinek»…Im Zusammenhang mit der Diskussion um das sogenannte Binnen-I in Texten schlägt Brinek vor, eine Zeit lang zu versuchen, nur die weiblichen Formen zu verwenden und zu sagen, die Männer sind mitgemeint. "Ich kann mir vorstellen, eine bestimmte Zeit das generische Femininum zu verwenden", meinte Brinek.

Sie selbst verwende das Binnen-I gerne, betonte die Volksanwältin und wies die Kritik, dass damit Texte unleserlich würden, entschieden zurück.
"Wenn Frauen nicht genannt werden, gehen sie unter, weil sie nicht sichtbar sind." (Quelle)

 

 

 

Das Binnen –Iieeh braucht man also gar nicht, nur noch die generischen Weiblein, und die generischen Männlein sind mitgemeint – drollig!
Umgekehrt ginge es nicht?
Echt?
Dann hätte man sich so manche Sprachverhunzung der letzten Jahre sparen können .
Aber nein, Frauen, die nicht genannt werden gehen unter, weil sie nicht sichtbar sind.
Nun, ich muß ehrlich sein, von Frau Brinek habe ich dieser Tage zum ersten mal Kenntnis genommen.
Erst die häufige Verwendung des Binnen-Iieehs hat die Frau Brinek aus dem Sommerloch gelockt und auch für mich sichtbar gemacht.
Vielen Dank!
Was und wen uns doch so ein Sommerloch alles/aller offenbaren kann.

Und nun beschäftigen wir uns also wieder in einem Sommer mit der österreichischen Bundeshymne.
Frau Brinek schlägt vor, Musikhochschulen sollten sich um eine gänzlich neue Hymne kümmern, mit neuer Melodie und neuem Text.
Man könnte meinen, sie wolle damit die grandiose Umdichtung der jetzigen Hymne, quasi  das Lebenswerk und Abschiedsgeschenk an die Österreicher durch ihre Parteikollegin Maria Rauch-Kallath, schmälern – ein Akt von noch nie dagewesener Ignoranz und Hinterhältigkeit.
Pfui!
Wäre ich Rauch Kallath, würde ich sie sofort in einer ZiB-Sendung zum Duell herausfordern!

Ja, so sind’s unsere großen Töchter, die lediglich sichtbar werden, wenn ihnen eine Partei oder eine Quote zu Hilfe geeilt ist.
Denjenigen, wirklich großen Töchtern, die tagtäglich sichtbar sind, weil sie durch echte Leistung und Können auffallen, geht dieser Nonsens ohnehin am sprichwörtlichen HinternIn vorbei, gell?


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