Mittwoch, 11. Juni 2014

Eigentlich….

 

 

….habe ich mich auf dieses Treffen zum Gebet in den vatikanischen Gärten schon irgendwie gefreut.
Es geht mir zwar ähnlich wie Pro Spe Salutis, auch ich halte nicht sehr viel von zur Schau gestellten Gedenkminuten, Bäumchenpflanzereien und Händeschütteln im weltweiten Scheinwerferlicht, doch allein die Tatsache, wer da nun im Vatikan Seite an Seite gute Miene zum sonst gar bösen Spiel machen mußte, war zumindest interessant.

Aber wo  Islam dabei ist, geht es zumeist etwas unkonventioneller zu und so mußte (durfte?) man nun via Hamed Abdel Samad und via kath.net erfahren, daß bei diesem gut gemeinten Gebetsevent der Imam anscheinend außer Protokoll und mit den Worten von Vers 286 aus der 2. Sure des Korans beschlossen hat :

»Allah, Du bist unser Schutzherr, hilf uns zum Sieg gegen das Volk der Ungläubigen!«

 

Upps!?

Nein, nein, nein – meinte dann der Blogger Pater Hagenkord, es wurde nicht zur Vernichtung der Ungläubigen aufgerufen, alles Stuss -

Hagenkord

und liefert die englische Übersetzung sämtlicher gesprochener Texte vom 8. Juni. (Übrigens herzlichen Dank dafür!)

Bei Pater Hagenkord und beispielsweise im Beiboot Petri ist nun eine Diskussion entstanden, die mir doch sehr typisch vorkommt.
Zuallererst wird negiert, daß diese Worte überhaupt gefallen wären, ein Kommentator meint gar, daß man dieses Thema sonst nirgendwo behandeln würde, dann wird darauf hingewiesen, daß in den Psalmen weit kriegerische und aggressivere Töne angeschlagen werden und schlußendlich wären wir alle einfach zu dumm den Sinn derartiger Gebete zu verstehen, denn dafür bedürfte es laut Pater Hagenkord der Kenntnis der “Gebetssprache”:

Hagenkord 2(screenshot 11.6.2014, 14.06 Uhr)


Nun, daß es SO einfach ist, hätte ich mir nicht gedacht.
Ich verstehe unsere Gebete im allgemeinen sehr gut und ich weiß auch meine persönlichen Gebete in verständliche Worte zu fassen.
Wir wollen (laut Pater Hagenkord) offenbar nicht kapieren, daß Frieden nicht einfach vom Himmel fällt. Also gut, ich denke, man kann sich aber zumindest darauf einigen, daß ein Sieg  immer einen vorangegangenen Kampf impliziert, sonst wäre es ja kein Sieg sondern reiner Zufall und man müßte seinen Gott lediglich um etwas Glück bitten und bräuchte diese langen Geschichten,  die da heißen Krieg und Terror tatsächlich nie mehr zu ertragen. Erzählen wir den geschundenen Menschen in Syrien, im Irak und in Nigeria, daß sie sich nicht in ihre Selbstverständlichkeiten zurückziehen, ein Koranvers an der richtigen Stelle zitiert und alle werden ein Einsehen haben.
Ja, wenigstens alle Hagenkords und jene, an denen die Realität ohnehin immer spurlos vorüberzieht und die - aus welchen Gründen auch immer- für jede muslimische Unverschämtheit und Taqiyya sofort eine wohlwollende Erklärung, beschönigende Worte und beschwichtigende Ausreden finden.

Wie gesagt, ich war erfreut, daß Papst Franziskus den Israeli und den Palästinenser zu diesem Gebet gewinnen konnte, daß es nichts bringen würde, habe ich realistischerweise von vornherein angenommen. Daß es mich aber nun auch lehren würde, daß ich aufgrund mangelnden Gebetssprachenverständisses auch sonst nichts verstünde, das erstaunt mich nun aber doch.


P.S.: Ganz aktuell wurde nun auf Radio Vatikan auch noch der Islamwissenschaftler Pater Felix Körner zur allgemeinen Beschwichtigung bemüht. 
Schön!


Kommentare:

  1. Na, ob mit den Aussagen von P. Felix Körner die Kuh (Achtung: Wortspiel) vom Eis ist?

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  2. Es besteht , wie man sieht, großer Beschwichtigungsbedarf, da werden Maschinen nicht und nicht Prospekte geschont und der Sand-in-die Augenstreuer ist im vollen Einsatz. Nachdem die erste Verteidigungslinie, die besagte Zeile aus dem Koran sei im Vaticanischen Garten nie gebetet worden, widerwillig aufgegeben werden mußte und ein nicht ganz geordneter Rückzug angetreten wurde, ist nun die zweite Verteidigungslinie die der Relativierung und Beschwichtigungsformeln aufgebaut: die Worte bedeuten nicht, was sie bedeuten, man muß das verstehen, die Psalmen sind viel schlimmer, und überhaupt, jedem, der das nicht akzeptiert, fehle es am Verständnis der "Gebetssprache".
    Und während der Euphemismen kein Ende ist- zeigt die Religion des Friedens in Syrien ihr nicht wirklich friedliebendes Gesicht. Hunderttausende sind auf der Flucht vor den Islamisten der ISIS, warum nur? Verstehen auch sie die Gebetssprache nicht? Wissen sie nicht, daß das mit dem Sieg und dem ihn voraussetzenden Krieg gar nicht so gemeint ist?

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    1. Es muß für einen Moslem wirklich tröstlich sein, daß er Im Falle eines Falles sich weder entschuldigen noch irgendwie erklären muß, da dies sofort jede Menge selbsternannter oder auch studierter Islamversteher für ihn übernehmen. Wie bereits bei Euch gesagt: Derweilen kann der Imam seine Hände in den Schoß legen und zufrieden vor sich und Allah hinlächeln....

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    2. Hey ja das muss man mal all den muslimischen Mädels sagen, die ob ihrer Affären zu westlichen Jungs, aus der Familie ausgestoßen werden (das habe ich auch bei ansonsten ganz liberal daherkommenden erlebt) oder wenn sie, mitsamt dem jungen Mann, dann bedroht werden und gar umgebracht werden, alles nicht so gemeint!
      Auch die Boku Haram meinen es nicht so, alles nur Gebetssprache!

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    3. Aha, es ist doch noch Eis für die Kuh da…

      Interessant ist auch, daß der "Islamfachmann" uns offenbar sagen will, wie ein Muslim den Kor'an immer versteht oder zu verstehen hat. Ferner was wir machen MÜSSEN, um den Kor'an zu verstehen.
      Damit suggeriert er das Vorhandensein einer einheitlichen Lehre und einheitliche Interpretation des Kor'an innerhalb des Islam.

      Da gab es mal jemanden, der sah das etwas anders:
      »…Ich glaube, man muß zunächst auch hier wieder wissen, daß der Islam keine einheitliche Größe ist. Er hat ja auch keine einheitliche Instanz, deswegen ist Dialog mit dem Islam immer Dialog mit bestimmten Gruppen. Niemand kann für den Islam im ganzen sprechen, er hat sozusagen keine gemeinsam geregelte Orthodoxie…« (Joseph Ratzinger in 'Salz der Erde')

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    4. Ja, Herr Niebecker, den - im günstigsten Fall lediglich maltraitierten- Ungläubigen in Syrien, Nigeria und überall dort, wo halt gerade eine besonders beglückende Form des vielfältigen und an und für sich NICHT SO seienden Islam am gnadenbringenden Werken ist, wird das relativ egal sein, inwieweit die Religion des Friedens sich vereinheitlicht hat oder nicht.
      So gesehen wird für Ihre Kuh permanent genügend Eis da sein und erst Ruhe herrschen, wenn wir alle befriedet worden sind. Wortspiel und Sarkasmus off.

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    5. Kann es sein, daß das mit der Kuh nicht so ganz richtig angekommen ist? *grübel*
      -> http://de.wikipedia.org/wiki/Al-Baqara

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    6. :-) Goldenes Kalb, Esel oder Kuh hin und her - meine Sympathie für das islamische »Religionskonglomerat« befindet sich zur Zeit schon alleine wegen all der o.e. Vorfälle auf einem äußerst geringen Level.

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