Dienstag, 13. Mai 2014

Kollers Holler

Notwendige Ergänzungen und Antworten zu einer anderen Kolumne

 

Ich habe gedacht, daß die Wursttheke vorerst einmal geschlossen bleibt, doch dann kam Koller:

 

Andreas Koller,stellvertretender Chefredakteur der Salzburger Nachrichten und Journalist des Jahres 2010, bester Kenner der Innenpolitik, Klartextschreiber und Hintergründeaufzeiger der österreichischen Politik

»….wie die begeisterte Reaktion Österreichs auf den Erfolg Conchita Wursts beweist. Der Mann und die Frau auf der Straße akzeptieren den jungen Künstler, wie er ist. Die verkrampfte Reaktion ÖVP-Chef Spindeleggers (der den Namen "Conchita Wurst" erst ganz gegen Ende seiner Gratulationsaussendung über die Lippen brachte) ist ein Signal allenfalls noch für die konservativsten ÖVP-Kernwähler. Ganz zu schweigen von FPÖ-Chef Strache, der den Song-Contest-Sieger noch vor kurzem als "er, sie oder es" verhöhnte. Auch sie werden begreifen: Es bringt heute keinen politischen Vorteil mehr, Schwule zu diskriminieren.

Der Erfolg Conchita Wursts enthält noch eine zweite, eine medienpolitische Lektion. Sie lautet: Der ORF funktioniert, wenn man ihn nur lässt. Den schrägen Sänger nach Kopenhagen zu schicken, war eine einsame Entscheidung des ORF. Die Entscheidung wurde gegen Widerstand durchgezogen - und hat sich als goldrichtig erwiesen. Dies verdient eigens angemerkt zu werden in einer Zeit, in der sich SPÖ und ÖVP anschicken, den ORF politisch zu zügeln und den Stiftungsrat, mehr als je zuvor, in ein Politkommissariat zu verwandeln. Man wird darauf zu achten haben, dass der ORF für seine politische Berichterstattung jene Entscheidungsfreiheit behält, die sich im Falle Conchita Wursts so segensreich ausgewirkt hat.«

Beschäftigen wir uns also einmal mit den von mir hervorgehobenen Sätzen:

Es bringt heute keinen politischen Vorteil mehr, Schwule zu diskriminieren.

Allerliebster Herr Koller!
Ich habe den Eindruck Sie leben auf einem fernen Planeten und schauen nur gelegentlich auf der Erde und in Österreich vorbei. Ich kann mich nicht entsinnen, wann in meinem Umfeld zuletzt ein homosexueller Mensch diskriminiert worden ist. Es sei denn, Diskriminierung impliziert, daß es den Normalverbraucher nicht genügend interessiert, welche sexuelle Orientierung und welche sexuelle Praktiken ein anderer bevorzugt. Ich persönlich beginne jedenfalls frisch zu erschließende Bekanntschaften nicht mit der Formel: “Ich bin heterosexuell” und von meinen schwulen Kollegen aus dem Musikerdasein, unter denen es sehr viele Schwule gibt, sind bzw.waren es die wenigsten, die das gewollt oder für sich in Anspruch genommen hätten und das nicht aus Angst vor angeblicher Diskriminierung sondern weil es ihnen schlicht und einfach zu blöd ist, ihr Sexualleben auf einem Präsentierteller darzureichen.
Das hat wohl auch etwas mit einem wenigstens noch in Ansätzen vorhandenen Gefühl für Intim- und Privatsphäre zu tun.
Nicht nur politisch gesehen, bringt es heutzutage ohnehin wesentlich mehr Vorteile Homosexualität, Gender und sonstige damit einhergehende soziologische Verhaltensweisen positiv zu unterstützen. Man erinnere sich nur an den erzwungenen Rücktritt von Brendan Eich.

 

Der ORF funktioniert, wenn man ihn nur lässt.

Das meinen Sie aber jetzt doch wirklich nicht im Ernst, allerliebster Herr Koller?
Der ORF unter Alexander Wrabetz, jener Mann, der mit dem kleinen Niko Pelinka den Vogel abgeschossen hat? 
Alles schon vergessen?
Und was bedeutet bei diesem Löwelstraßenkonformen ORF schon der Stiftungsrat? 
Wie gesagt ich habe den Eindruck Ihr ständiger Wohnsitz ist nicht mehr in unserem Plemplemland.

 

Man wird darauf zu achten haben, dass der ORF für seine politische Berichterstattung jene Entscheidungsfreiheit behält, die sich im Falle Conchita Wursts so segensreich ausgewirkt hat.

 

Habe jetzt ich etwas verschlafen, oder wird die Drag Queen mittlerweile tatsächlich schon als eine Art Messias der Schwulenszene auch(!) von den Heterosexuellen verehrt?
Ein Geldsegen wird der Sieg jedenfalls nur für Tom Neuwirth aka Conchita Wurst und seine Produzenten sein, denn die voraussichtlich 30 Millionen Euro, die man als Zwangsgebühren- und Steuerzahler für die Ausrichtung des qualitativ niedrigsten Musikspektakels zu entrichten haben wird, könnten einem schon die Tränen in die Augen treiben.
Ein angeblich  funktionierender ORF hätte diese Summe im Säckel und bräuchte uns damit nicht zusätzlich auf den Senkel gehen.

Ach Herr Koller, ich verstehe ja, daß Sie auch etwas zur Wursteuphorie beitragen wollten oder mußten.
Hätten Sie doch dabei wenigstens der Realität  etwas tiefer in die Augen geblickt!


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