Samstag, 19. April 2014

Vertrauen in Glaubensvertreter

 

Statistiken sind doch immer wieder gut für einen Lacher zwischendurch.

Heute ist so ein Tag, an dem ich unvermutet einen Lacher von der Statistik geschenkt bekommen habe. Und so richtig genüßlich wurde er – der Lacher- dann in Kombination mit einer Predigt von Papst Franziskus am Gründonnerstag im Petersdom bei der Chrisamweihe und einem Artikel von der "DIE PRESSE" .

Hier erst einmal die Statistik:

 

Vertrauensindex Glaubensvertreter 2014

OGM hat dabei online 500 Österreicher ab 16 Jahren zu ihrem Vertrauen in diverse Glaubensvertreter befragt.
Schön, daß unser Papst dabei an der Spitze steht und sogar den Dalai Lama “überholt” hat.
Schmunzeln muß ich auch, weil Helmut Schüller mit einem Vertrauenszuwachs(!) von 39 Punkten an dritter Stelle “vertrauensvoller Glaubensvertreter” rangiert.
Dieses Vertrauen entspricht wohl eher nicht dem Glaubensmotto “Herr auf Dich traue ich”.(Psalm 71, 1-6) , es ist - wie diese ganze Statistik- wohl eher den mehr oder weniger subversiven medialen Einflüsterungen geschuldet: Wer am häufigsten und vor allem positiv (ob nun scheinbar oder anscheinend ist egal) in den Massenmedien präsentiert wird, der gewinnt Vertrauen. 
Helmut Schüller ist so ein Fall und Papst Franziskus auch. Helmut Schüller bewirkt diese mediale Aufmerksamkeit vor allem durch geschickte Eigenpräsentation und gute Verbindungen zu den Medien –wozu hat man schließlich einen Bruder, der beim ORF tätig ist?
Papst Franziskus dient vielen Journalisten und Medien hauptsächlich dazu, seine Vorgänger zu diskreditieren und daher werden viele seiner Aussagen geflissentlich verschwiegen oder uminterpretiert und damit bin ich nun beim o.e. Presseartikel:

 

Presse über Chrisampredigt

So die Interpretation eines manipulativen Presseorgans und nun zum Wortlaut, O-Ton Papst Franziskus:

»…Die priesterliche Freude ist eine Freude, welche die Folgsamkeit zur Schwester hat. Folgsamkeit gegenüber der Kirche in der Hierarchie, die uns nicht nur sozusagen den äußeren Rahmen des Gehorsams gibt – die Pfarrei, zu der ich geschickt werde, die priesterlichen Befugnisse, die spezielle Aufgabe –, sondern auch die Verbindung zu Gott, dem Vater, in dem alle Vaterschaft ihren Ursprung hat. Doch auch Folgsamkeit gegenüber der Kirche im Dienst: unverzügliche Bereitschaft, allen immer und bestmöglich zu dienen, nach dem Vorbild „Unserer Lieben Frau von der unverzüglichen Bereitschaft" (vgl. Lk 1,39: meta spoudes), die sich eilends aufmacht, um ihrer Kusine zu dienen, und auf die Küche von Kana achtet, wo der Wein fehlt. Die Bereitschaft des Priesters macht die Kirche zum Haus der offenen Türen, zum Zufluchtsort für die Sünder, zur Heimstätte für die, welche auf der Straße leben, zum Pflegeheim für die Kranken, zum Zeltlager für die Jugendlichen, zum Katecheseraum für die Erstkommunionkinder…« (Quelle)

HAHAHA!

Ist das nicht ein Paradebeispiel des manipulativen Journalismus:

»Unter Papst Benedikt XVI. wären diese Worte wohl als Kritik für den “Aufruf zum Ungehorsam” der österreichischen Pfarrer-Initiative interpretiert worden…« 

Verheißungsvolle “drei Pünktchen” am Ende des Satzes und man kann den süffisanten Blick des Presse-Schreiberlings direkt ahnen, gell?
Das heißt also nun im Klartext:

Der von uns allwissenden und alles beherrschenden Medien auserkorene Papst Franziskus plaudert halt manchmal einfach nur dumm so vor sich hin, das nehmen wir aber in Kauf, weil wir uns fest vorgenommen haben, ihn als  Überbringer unserer eigenen(!) Wünsche und Vorstellungen zu präsentieren und damit gleichzeitig seinen Vorgängern (vor allem Benedikt XVI.) im Nachhinein noch einmal so richtig eins reinzuwürgen.

Bei den 500 online Befragten scheint’s schon bestens funktioniert zu haben und der Kommentator der Erhebung, Wolfgang Bachmayr, bestätigt dies auch:

»Wenn das Vertrauen der Bevölkerung in die Spitzenrepräsentanten der Glaubensrichtungen ermittelt wird, müssten alleine wegen der Größenordnung der Glaubensgruppen die katholischen Vertreter weit voran liegen, andere Glaubensrichtungen am Ende der Vertrauensskala. Immerhin sind ja laut Statistik Austria 70 Prozent der Österreiche-rInnen römisch katholisch, sechs Prozent evangelisch und fast ebenso viele islamisch, alle anderen Glaubensrichtungen liegen unterhalb von einem Prozent. Diese klare Mehrheit der Katholiken laut Statistik Austria relativiert sich aber sehr deutlich dadurch, dass laut OGM-Umfragen nur 15 Prozent regelmäßige Kirchgänger sind (zumindest einmal pro Monat Besuch der Messe).
Der aktuelle OGM/APA-Vertrauensindex zeigt im Vergleich zur letzten Erhebung vor zwei Jahren eine durchgehende und substantielle Verbesserung der Vertrauenswerte vor allem in die Vertreter der katholischen Kirchen. Das liegt einerseits daran, dass der Höhepunkt der Missbrauchsskandale deutlich abgeklungen ist, der bei der letzten Erhebung im April 2011 zu sehr schwachen Vertrauenswerten geführt hat.
Andererseits liegt das aber auch an der bemerkenswerten Strahlkraft des neuen Papstes Franziskus, der auf Anhieb eindeutig die Spitze der Vertrauenspyramide übernommen hat, was seinem Vorgänger Benedikt XVI. nie gelang. Der zurückgetretene Josef Ratzinger ist sogar ins Vertrauensminus gefallen, was mit der Aufgabe seines Amtes und der Wirkung seines Nachfolgers zu tun hat.«  (weiterlesen)

Wer die von mir hervorgehobenen Worte zu kombinieren versteht, wird sofort erkennen, wohin der Hase läuft.

Ich fühle mich immer wieder bestätigt, daß Statistiken, egal über welches Thema, lediglich ein praktisches Erfolgsbarometer sind, wieweit die Manipulation durch die Medien an deren Konsumenten schon gediehen ist. Der Inhalt, bzw. das eigentliche Thema solcher Statistiken ist wirklich nur einen Lacher wert, also lächerlich!


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