Donnerstag, 17. April 2014

Gründonnerstag

 

 

Giovanni di Paolo Getsemane

 

»…Jesus sagt zu den Seinen: Bleibt hier und wacht; und dieser Aufruf zur Wachsamkeit gilt für diese Stunde der Angst, der Bedrohung, in der der Verräter kommen wird, und ebenso gilt er für die ganze Kirchengeschichte. Es ist eine immerwährende Botschaft für alle Zeiten, denn die Schläfrigkeit der Jünger war nicht nur ein Problem jener Stunde, sondern sie ist das Problem der ganzen Geschichte. Die Frage ist, worin diese Schläfrigkeit besteht, worin die Wachsamkeit bestehen soll, zu der der Herr uns auffordert. Ich würde sagen, daß die Schläfrigkeit der Jünger in der Geschichte eine gewisses mangelndes Gespür der Seele für die Macht des Bösen ist, ein mangelndes Gespür für alles Böse der Welt. Wir wollen uns von diesen Dingen nicht zu sehr stören lassen, wir wollen sie vergessen: Wir meinen, es sei nicht so schlimm, und vergessen es. Und es ist nicht nur mangelndes Gespür für das Böse, während wir eigentlich wachen sollten, um Gutes zu tun, für die Macht des Guten zu kämpfen. Es ist mangelndes Gespür für Gott. Das ist unsere wahre Schläfrigkeit: das mangelnde Gespür für die Gegenwart Gottes, die uns auch das Gespür für das Böse nimmt. Wir spüren Gott nicht – er würde uns stören –, und so spüren wir natürlich auch nicht die Macht des Bösen und bleiben auf dem Weg unserer Bequemlichkeit. Die nächtliche Anbetung am Gründonnerstag, das Wachen mit dem Herrn sollte wirklich der Augenblick sein, der uns zum Nachdenken bringt über die Schläfrigkeit der Jünger, der Verteidiger Jesu, der Apostel – über unsere eigene Schläfrigkeit, die wir die ganze Macht des Bösen nicht sehen, nicht sehen wollen, und die wir nicht hineingenommen werden wollen in sein Leiden für das Gute, für die Gegenwart Gottes in der Welt, für die Liebe zum Nächsten und zu Gott….« (Quelle)


Hände gefaltet


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