Freitag, 7. März 2014

Libyen ist sowas von frei!

 

Frei von Gesetzen, frei von Wirtschaft bzw. derem Wachstum, frei von Sicherheit, frei von jeglichem Bildungsaufschwung – gut, das dürfte eine kleine, feine Gemeinsamkeit mit Österreich sein – kurzum der Arabische Frühling und die Unterstützung desselbigen durch die NATO hat sich ausgezahlt, wenn auch hauptsächlich für mafiose Organisationen und anarchistische Verbrecherbanden, die nun Libyen allumfassend terrorisieren.

»…Und so bot die Nachricht von der Auslieferung des Gaddafi-Sohnes al-Saadi durch den Niger der ohnmächtigen Führung in Tripolis eine kurze Atempause, auch wenn der einstige Profifußballer unter den Regime-Verbrechern eher als kleiner Fisch gilt. Die libysche Justiz wirft ihm Korruption und Betrug bei Grundstücksgeschäften vor. Vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag wird der 40-Jährige nicht gesucht. Vor drei Jahren ist er durch die Sahara über die Grenze geflohen….« 

So berichtet heute in positiv erregtem Ton DIE PRESSE über einen “kleinen Erfolg” der libyschen Regierung zur “Aufarbeitung” jener Schreckensherrschaft  vor der segensreichen und Nektar und Ambrosia bringenden Revolution.

Im September 2011 habe ich mir schon Gedanken über die Gedanken der damaligen Führungsbrigaden gemacht, die da von Scharia, Demokratie und Wirtschaftswunder fabulierten. Doch solche Gedanken über die hehren Aufständischen, die ihr Potenzial anläßlich der Tötung Gaddafis im Oktober 2011 ja schon recht eindrucksvoll demonstriert haben, waren damals noch obsolet und sind sogleich mit einer Sympathie  für den Diktator gleichgestellt worden.

Jetzt, drei Jahre später, schaffen es schön langsam und weil man beim besten Willen nicht mehr beschönigen kann, daß mit der Unterstützung und Einmischung in libysche Angelegenheiten Pest durch Cholera ersetzt worden ist, ja, jetzt schaffen es endlich auch die gutmenschlichen Medien und ihre gut bezahlten Schreiberlinge, der Realität ins Auge zu blicken:

»…Drei Jahre nach Beginn des Volksaufstands gegen Vater Gaddafi gehören in dem ölreichen Mittelmeer-Anrainerstaat Mordanschläge auf Offiziere, Politiker, Geistliche, Journalisten und Richter zum Alltag – ebenso wie Entführungen ausländischer Diplomaten. Vor sechs Wochen starb Vize-Industrieminister Hassan al-Droui bei einem Attentat in Gaddafis Geburtsstadt Sirte. Vize-Premier Seddik Abdelkarim kam nur knapp mit dem Leben davon, als Bewaffnete seinen Konvoi auf dem Weg zum Flughafen von Tripolis unter Feuer nahmen. In Bengasi kidnappten Unbekannte acht ägyptische Kopten und exekutierten sieben von ihnen. Wenige Tage später wurde ein französischer Techniker auf offener Straße in seinem Auto erschossen.

Entsprechend trüb sieht es auch für die Wirtschaft aus. Immer mehr ausländische Investoren suchen das Weite. Der Ölexport, mit 90 Prozent die Haupteinnahmequelle des Staates, ist bedrohlich geschrumpft. Seit Monaten blockieren Exrebellen die wichtigen Verladeterminals im Osten, was den Export Libyens von 1,4 Millionen Barrel täglich auf mittlerweile unter 350.000 Barrel absacken ließ. Mehrmals drohte Ministerpräsident Ali Zeidan bereits mit dem Einsatz der Armee. Er warnte alle Öltanker, die illegal Rohöl von den Rebellen bunkern wollen, sie würden beim Auslaufen von der Luftwaffe beschossen. Und in der Staatskasse klafft ein so großes Loch, dass die Regierung selbst ihre eigenen Beamten nicht mehr bezahlen kann…« (Quelle)

 

Gratuliere! Diese Hilfe von außen trägt wirklich reiche Frucht.

Man sollte täglich 70 Rosenkränze beten, daß die hilfsbereiten Organisationen NATO, USA und (fuck-the)EU es sich verkneifen, in Syrien oder gar in der Ukraine ihr Helfersyndrom auszuleben…


1 Kommentar:

  1. Super Kommentar, vor allem der Schlusssatz zur "Ukraine".
    Wir Blogozesanen setzen auf Präident Putin. Wenn einer das christliche Abendland wieder zum Leben erweckt, dann ER! Dieser Mann kann Europa noch retten!

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