Sonntag, 30. März 2014

Einfach so ein Wahnsinniger halt -

 

- will uns der Wiener Dompfarrer Toni Faber beruhigen.
Einfach so ein Wahnsinniger namens Ibrahim A., der sich zwar mit religiöser Musik (?) vorher noch in Stimmung bringen mußte, aber dann in diesem einfachen Wahnsinn voll zur Sache gegangen ist:

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»Der Zwischenfall im Stephansdom hatte sich vor den Augen zahlreicher Zeugen abgespielt, die Ibrahim A. bis zum Eintreffen der Polizei festhielten, als dieser eilenden Schrittes den Dom verlassen wollte. Nach seiner Festnahme verwies der 37-Jährige, der auf die Beamten einen verwirrten Eindruck machte, auf eine "Eingebung", die ihn dazu bewogen habe, "gegen "die Statuen-Verehrung vorzugehen", erklärte Polizeisprecher Hahslinger. Der Mann habe die Gläubigen außerdem als "Marionetten" bezeichnet…«

Ah ja! Der “einfach wahnsinnige” Ibrahim hat dank seiner Eingebung anscheinend mal kurz ein bißchen Marionettentheater spielen müssen.

»..Dompfarrer Toni Faber meinte gegenüber der APA, der 37-Jährige sei Zeugen "psychotisch verengt" und von einer "inneren Bewegung ergriffen" erschienen. "Er hat den Heiligen runtergerissen und die Säule zerbrochen. Er hat auch noch versucht, das Herz-Jesu-Bild zu ergreifen", schilderte Faber. Mitarbeiter hätten das zum Glück verhindert. Einer von ihnen sei dabei leicht verletzt worden. Es habe sich "um einen Wahnsinnigen gehandelt, der sich vor dem Vorfall über seinen iPod mit religiöser Musik in Stimmung gebracht hat", so Faber…«

Man kann vermutlich mit unschuldsvermuteter Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, daß auf dem I-Pod des “psychotisch verengten” Ibrahim A. wohl keine Antiphone, Psalmengesänge oder gar gregorianischer Choral gespielt wurden. Es dürfte wohl eher Musik gewesen sein, die den “ergriffenen” Ibrahim im schlimmsten Fall vielleicht sogar eine gigantische Bombenstimmung beschert hätte – wer weiß das schließlich schon so genau?
Es ist auch wahrlich nicht leicht, eine “psychotisch verengte, bewegte innere Ergriffenheit” immer gleich richtig zu behandeln, wenngleich sie erstaunlicherweise vom unbedarften Wiener Kirchenvolk so schnell und messerscharf diagnostiziert werden konnte. 

 

»..Dem Dompfarrer zufolge kommt es "leider immer wieder" zu Zwischenfällen im Stephansdom. Schwere Sachbeschädigungen seien zum Glück eher selten. Der beschädigte Heilige Judas Thaddäus - er gilt laut Faber als Schutzpatron für aussichtslose Fälle - soll renoviert und nach seiner Restaurierung wieder am vorgesehenen Ort neben dem Herz-Jesu-Altar aufgestellt werden. Besonders kostbar dürfte der Heilige nicht sein, wie Faber abschließend bemerkte: "Es ist keine ungeheuer wertvolle Statue."..« (Quelle)

Ah! Dann ist ja eh alles in Ordnung. Die Wiener Kirchgänger sind sowas schon gewohnt und die Statue war ohnehin keine ungeheuer wertvolle…

Na, dann gehen wir wieder zur Tagesordnung über und warten bis der nächste Wahnsinnige kommt. Dazwischen dürfen wir beten, daß der nächste einfach so Wahnsinnige nicht erfolgreicher ist, als der Ibrahim A., gell?


P.S.: Es gab noch mehrere Vandalenakte in anderen Kirchen, aber -

„Der Vandalenüberfall ist ganz untypisch für das sonst so friedliche Leben der Religionen in Wien - und wird ihm auch nichts anhaben können.“ Die Erzdiözese wartet nun auf die Ermittlungsergebnisse der Polizei.  (Quelle).

Wie gesagt – business as usual, the show must go on….


Kommentare:

  1. Ach du lieber Himmel, aber man weiß fast nicht, über wen man schockierter sein soll, über Ibrahim oder über Toni?

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  2. Im ORF wurde eben kolportiert, daß Ibrahim »von Kirchenbesuchern bis zum Eintreffen der Polizei am Boden festgehalten worden ist«. Würde mich nicht wundern, wenn man daraus noch was machen könnte...

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    1. Ja als eine dieser seltsamen Damen mit exhibitionistischen Störungen selbige im Kölner Dom auszuleben versuchte, gab es dann auch eine Anzeige wegen Körperverletzung und die Dame beschwerte sich, dass einer der raustragenden Domschweizer sie an der nackten Brust berührt habe und wollte auch da eine Anzeige machen.
      Wir wollen aber den Ibrahim und diejenigen die mit ihm klammheimlich sympathisieren nicht auf dumme Gedanken bringen!

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  3. Ergänzung:
    In mindestens noch 3 Wiener Pfarren gab es am Samstag derartige Vandalenakte (zerstörte Statuen etc.). Es besteht der Verdacht, dass ein Zusammenhang mit dem Vorfall Stephansdom besteht, weiß es aber nicht sicher.
    Der Ibrahim wurde von der Polizei freigelassen, weil "keine Haftgründe gegeben waren, welche die weitere Anhaltung des Mannes gerechtfertigt hätten." Er soll in dieser Woche zu den Vorfällen in den anderen Kirchen befragt werden.
    Heute knapp vor der Abendmesse in der Pfarrkirche Breitenfeld (Wien 8), eine der betroffenen Pfarren - die kaputten Statuen sind noch im Kirchenraum zu besichtigen - tauchte einer (gekleidet in einen Burnus) auf und begann, religiöse Musik (keine Antiphone, Psalmengesänge oder gar gregorianischer Choral) von einem iPod abzuspielen. Aufforderungen, das Ding abzudrehen, ignorierte er. Er ging - iPod noch voll aufgedreht - nach vor in den Altarraum, wo er von einem Mitarbeiter der Pfarre zur Rede gestellt wurde. Dann kam noch jemand, und man hat den Typen in die Sakristei "begleitet". Aus der Sakristei war dann ein lauter Streit zu hören. Was weiter passiert ist, weiß ich nicht, während der Messe war dann Ruhe.
    Ob das wohl der freigelassene Ibrahim war, der, weil es ihm vielleicht schon ein Mal in dieser Kirche gelungen ist, Vandalenakte zu begehen, es noch einmal versuchen wollte und sich vorher in "Stimmung" bringen wollte?

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