Donnerstag, 27. Februar 2014

Es ist ein großer Unterschied…

 

…zwischen situationselastisch und rückgratlos.

Der österreichische Verteidigungsminister Gerald Klug ließ letztens durch seine Wortschöpfung situationselastisch aufhorchen.

In kleiner feiner Runde sind wir nun zur Überzeugung gekommen, daß der Klug’sche Begriff  ein aktives Handeln erfordert, wohingegen Rückgratlosigkeit einfach auf einer angeborenen, nicht therapierten oder nicht therapierbaren Charakterschwäche basiert, die ein ständiges Umfallen bzw. ein sich über den Tisch ziehen lassen  dem - falls überhaupt vorhanden-  eigenen Willen entzieht.
Hinzu kommt, daß der Rückgratlose nicht von selbst aufstehen kann. Er wird so gut wie immer vom Mitbewerber aufgerichtet und wiederhergestellt.
Weil er in dieser passiven Konstitution ein äußerst brauchbares Mittel zum  Zweck darstellt, eignet sich der Rückgratlose hervorragend zum Austragen von Scheinkämpfen/diskussionen/debatten, deren  Zweck keineswegs das Ausloten und Abwägen möglicher Alternativlösungen einer Aufgabenstellung ist;denn man kann sich darauf verlassen, daß der Rückgratlose zum vorbestimmtem Zeitpunkt umfallen wird.
Ein Paradebeispiel für derlei Rückgratlosigkeit sind m.E. immer wieder die ÖVP- Protagonisten der vergangenen Legislaturperioden, sog. “Paradeumfaller”,  wie seinerzeit Josef Pröll und jetzt gerade Michael Spindelegger.
Man kann sich absolut sicher sein, am Schluß einer wie immer gearteten koalitionären Unternehmung wird der ÖVP Vize, aufgerichtet vom SPÖ-Kanzler dastehen und im Brustton der Überzeugung verkünden, daß nach reiflicher Überlegung und in freundschaftlicher Atmosphäre verlaufenen, harten aber fair geführten Diskussionen, ausgerechnet die Variante der SPÖ die einzig Mögliche gewesen sei.

Und nun sind wir auch schon beim Stituationselastiker.
Der hätte sehr wohl ein kleines Rückgrat zur Verfügung, nützt es aber nicht.
Ganz im Gegenteil!
Er biegt sich, passt sich den Situationen jeweils an, um sich dann wieder rückzubiegen und hat dabei ständig  sein von Anfang an verfolgtes Ziel im Auge, welches er nie und unter keinen Umständen aufzugeben gedenkt.
Im Gegensatz zu einem flexiblen Menschen muß er nicht einmal einen Kompromiß eingehen, da er ja praktischerweise den Umfaller (Rückgratlosen) an seiner Seite hat und somit weiß, daß eventuell erforderliches Scheingeplänkel ohnehin endenwollend ist.

Der Situationselastiker ist also  ein Politiker, der das große Glück(!) hat, mit einem Rückgratlosen zusammenarbeiten zu dürfen, dies taktisch zu nutzen weiß und somit völlig bedenken- und skrupellos seine persönlichen (=parteibedingten) Ziele weiterverfolgen kann.
Er fällt, wenn es ihm angebracht scheint, auch einmal kurz aber bewußt(!) um, steht aber von selbst wieder auf, putzt sich ab und -wie das sprichwörtliche Stehaufmanderl- geht er zur Not auch unter scheinbar neuen Bedingungen aufrechter denn je wieder auf seinem Pfad der Untugend voran.

Michi und Werner lieb


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