Montag, 10. Februar 2014

Eine tränenreiche Geschichte

 

SaiedAhmadi»….Wenn Saied Ahmadi (24), nach Afghanistan abgeschoben wird, erwarten ihn dort die Taliban. Saied hatte auf Seiten der Armee gegen den fundamentalistischen Terror gekämpft, die eigene Familie in seinem Heimatdorf konnte er nicht schützen. Das Elternhaus wurde mit Raketen beschossen, ein Bruder ermordet, Saied und sein Vater erhielten Drohbriefe. Als der Druck der Taliban zu groß wurde, desertierte Saied und floh. Seine Familie musste ebenfalls die Heimat verlassen und befindet sich inzwischen in Pakistan, während sich Saied bis Österreich durchschlug, wo er um politisches Asyl ansuchte….« (Quelle)

So hat 2012 ein Bericht eines Salzburger Nachrichtenportals begonnen und machte darin auch auf einen Solidaritäts-Flashmob für den Afghanen aufmerksam.

Es folgte noch ein offener Brief an den damaligen Landeshauptmann Gabi Burgstaller(SPÖ), gespickt mit schönen Photos von einem schauspielernden und tanzenden Saied, sowie eine online Petition mit dem schönen Namen “ zusammenLEBEN - 10 000 FreundInnen für Saied”:

Saied Ahmadi1

Es sind dann doch nur 1144 Petitions-FreundInnen und  50 tanzende Flashmobber geworden, der Asylantrag wurde abgelehnt doch der Schauspieler aus Afghanistan integrierte sich weiterhin bestens in der Theatergruppe und holte im Rahmen des Projektes “Minerva” sogar seinen Hauptschulabschluß in Salzburg nach.

Diese Woche flatterte nun wieder einmal ein Gratis Bezirksblatt in unser Haus und ich konnte erfahren, daß Saied Ahmadi es geschafft hat: Er hat geweint und einen österreichischen Paß erhalten und hofft nun, seinen Berufstraum Verkäufer, speziell im Modebereich,  in die Tat umzusetzen zu dürfen.

Saied Ahmadi5

Am Schluß des Artikels über Saieds Freudentränen erfährt man, daß er in dem für ihn bedrohlichen Chaos eine Ehefrau[!] zurückgelassen habe und er nun hoffe, daß diese jetzt auch nach Österreich kommen dürfe, um hier mit ihm zu leben.

Wäre ich diese Ehefrau, ich würde ihn mitsamt seinem neuen, österreichischen Reisepaß auf den Mond schießen. Läßt mich in einer von Taliban und Imamen dominierten Männerwelt zurück, setzt sich von mir und seinen Verwandten nach Europa ab  und spielt derweilen in Österreich Theater. Schöne Gepflogenheiten sind das!