Mittwoch, 13. November 2013

Zufrieden? Denkste!

 

Die lokalen Medien und Journalisten in Salzburg verkünden, daß Manfred Lackner der neue Erzbischof von Salzburg werden soll.
Der durchgesickerte Bischof hat sich aber angeblich noch nicht entschieden.
So weit so gut?
Denkste!
Eine Bischofswahl bzw. Bischofsernennung hat gefälligst umstritten zu sein und darum wird jetzt nach Läusen im Pelz gesucht und diese Pseudo-Läuse werden dem kirchennahen und vor allem dem kirchenfernen Volk mit größtmöglicher Drastik präsentiert.

Da stellt sich beispielsweise die allererste Betroffenheitsjournalistin des ORF Salzburg des abends mit zwei  “Vertretern” der katholischen Kirche auf eine fürsterzbischöfliche  Balustrade im Dombezirk. Mit weit aufgerissenen Augen und der professionell brüchigen Stimme teilt uns Madame Romy Seidl  mit:

 

Seidl zur Bischofsernennung

»…ein schaler Beigeschmack bleibt, was den Dreiervorschlag aus Rom betrifft. Daß darauf außer Lackner nur der kranke Weihbischof Andreas Laun sowie der ebenso konservative niederösterreichische Pater Karl Wallner von Heiligenkreuz  zu finden ist kann kaum ein Kirchenkenner verstehen….«

 

 

 

Damit will man uns also ganz dezent erklären, daß “konservativ” und “krank” ein und dasselbe sind.  Gut gemacht – die wenigsten Zuhörer werden diese subversiv manipulative Kombination auf Anhieb durchschaut aber sicher irgendwo in  ihrem Hinterstübchen vermerkt haben.
Man schließt jedenfalls mit der Erkenntnis, daß ein Dreiervorschlag mit solchen  Kandidaten nur aus der (bösen?) alten Ära vor Papst Franziskus stammen könne, weil derlei kranke und konservative Kandidaten  dem neuen Stil des neuen Papstes überhaupt nicht entsprächen. (Noch eine Woche hier zu sehen)

Und weil auch die SN ein Umstrittenheitsbedürfnis zu stillen haben, legt uns Josef Bruckmoser heute morgen seinen “Standpunkt” dar:

josef_bruckmoser_01

 

»…Wann, wenn nicht bei einer Bischofsernennung, sollte das neue Credo von Papst Franziskus zum Tragen kommen: dass der Bischof von Rom mehr auf die Basis hört - ganz so wie es mit der aktuellen Onlineumfrage des Vatikans über Partnerschaft, Ehe und Familie geschieht. Da können, ja sollen sich alle Pfarrgemeinden beteiligen, heißt es ganz offiziell aus Rom. Nur wenn es um den Bischof geht, und damit um das ureigenste Interesse einer Diözese, gilt dieser neue Umgang miteinander offenbar - noch - nicht…«

Das neue Credo? Ist mir da etwas entgangen? Oder meinen damit Herr Bruckmoser lediglich, daß manche glauben, in Papst Franziskus endlich den medial beeinflußbaren Oberhirten entdeckt zu haben, auf den die Journaille und kircheninterne Kirchenhasser so lange gewartet haben?

»…Weihbischof Franz Lackner ist durchaus auch in Salzburg als möglicher Kandidat gesehen worden. Daher werden ihn die Salzburger Katholiken offen und dialogbereit aufnehmen, wenn er die Wahl annimmt. Aber extrem konservative Kandidaten wie Weihbischof Andreas Laun und der Rektor der Hochschule Heiligenkreuz, Karl Wallner, sind ganz sicher nicht auf der Bestenliste für den Erzbischofstuhl von Salzburg gestanden.

Laun und Wallner sind Repräsentanten einer Kirchenpolitik, die man längst überwunden glaubte. Sie kommen aus einer Zeit, in der der Vatikan mit Bischöfen wie Kurt Krenn und Hans Hermann Groer eine Art Strafgericht über die katholische Kirche in Österreich hat ergehen lassen. Seit Sonntagabend wissen wir, dass der Einfluss jener österreichischen Kirchenkreise, die diese Linie in Rom forcieren, ungebrochen ist.

Die Dreierliste war eine Drohbotschaft aus dem alten Rom. Wenn es der Papst ernst damit meint, dass er nicht von oben nach unten durchregieren will, kann es sich dabei nur um einen unheiligen Rest der alten Ära handeln. Eine katholische Kirche als Gemeinschaft aller Gläubigen schaut anders aus.

Die Salzburger dürfen hoffen, dass das auch Franz Lackner genauso sieht.«

Sind’s mir ned bös Herr Bruckmoser, aber so einen Schwachsinn haben Sie schon länger nicht mehr von sich gegeben.
Diese Aneinanderreihung von sog. WISIKI-Schlagwörtern, nur um beim kirchenfernen Leser eine Art Aha-Erlebnis zu erzeugen und innerhalb der Kirche eine Gruppe bewußt zu diffamieren – ja, das ist alles andere als christlich und barmherzig und entspricht genau dem, was Papst Franziskus im Mai 2013 zum Thema Tratsch innerhalb der Kirche geäußert hat:

»…Geschwätzigkeit schade in besonderer Weise der Gemeinschaft der
Kirche. "Dem Teufel gefällt das", hob der Papst hervor. Statt sich
gegenseitig herunterzumachen sollte man sich fördern und aufbauen.
Tratsch möge am Anfang schön wirken, letztlich ruiniere er jedoch
die Seele. Es erinnere etwas an die Gesinnung des Brudermörders Kain
- man könne seinen Bruder auch mit Worten umbringe, so der Papst in
seiner Morgenmesse.« 
(Quelle)

Und wie sie jetzt in Salzburg alle tratschen und geschwätzig sind, gell?


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