Mittwoch, 23. Oktober 2013

Fragen zum Glauben

 

Einer meiner Follower auf Twitter ist Glauben 2017. Den Profilangaben zufolge twittert hier meist Pfarrerin Marion Roth aus Karlsruhe im Rahmen eines Projektes der badischen Landeskirche anläßlich des 2017 stattfindenden Reformationsjubiläums.

Heute wurde diese Frage auf Twitter eingestellt:

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Ja, was muß ich tun, um glauben zu können? Ich kann nur für mich sprechen, aber ich denke man muß gar nichts tun. Jeder Mensch hat die Fähigkeit und auch den natürlichen Drang etwas zu glauben.

Ich habe schon oft den Satz gehört “an irgendetwas glaubt doch jeder” – und ich kann bestätigen er stimmt zu Hundert Prozent. Selbst wenn man sich Religion verweigert, Ersatzreligionen findet man allenthalben: Esoterik mit all ihren Sparten,  Öko-Wahn, Gesundheitswahn, ja selbst Sport oder Kunst können Merkmale von (Ersatz)Religion annehmen und so mancher Atheist scheint sich in sein Atheistendasein mit derartiger Vehemenz hineingesteigert zu haben, daß er so manchen “frommen” Gläubigen locker überbietet was Frömmigkeit anbelangt. Denn fromm sein im ursprünglichsten Sinn dieses Wortes aus dem Alt- bzw. Mittelhochdeutschen from,vrom oder vrum, bedeutet nämlich “voranstehend, bevorzugt, aber auch förderlich, tüchtig” und wurde im 16. Jahrhundert sogar noch auf Tiere und Sachen bezogen (wie man u.a.  hier auf Wikipedia erfährt).

Um an Christus und Gott glauben zu können, bedarf es der Gemeinschaft mit anderen Christen (Kirche) und der unvoreingenommenen Beschäftigung mit dem Leben und dem Wirken des Messias.
Papst Benedikt XVI. hat z.B. in der Audienz vom 17. Oktober 2012 klare Antworten auf die oben gestellte Frage gegeben:

 

»…Heute ist die Gefahr, sozusagen eine »selbstgemachte« Religion zu konstruieren, nicht weit. Wir müssen jedoch vielmehr zurückkehren zu Gott, zum Gott Jesu Christi, wir müssen die Botschaft des Evangeliums wiederentdecken, es tiefer in unser Bewußtsein und in das tägliche Leben eintreten lassen. In den Katechesen in diesem Jahr des Glaubens möchte ich eine Hilfe anbieten, diesen Weg zu gehen, um die zentralen Wahrheiten des Glaubens über Gott, über den Menschen, über die Kirche, über die ganze soziale und kosmische Wirklichkeit wieder aufzugreifen und über die Aussagen des Credo zu meditieren und nachzudenken. Und ich möchte deutlich machen, daß die Glaubensinhalte oder Glaubenswahrheiten (»fides quae«) einen direkten Bezug zu unserem Leben haben; sie verlangen eine Umkehr unserer Existenz, die eine neue Form, an Gott zu glauben (fides qua), hervorbringt. Gott kennen, ihm begegnen, seine Gesichtszüge zu vertiefen, bringt unser Leben ins Spiel, denn er tritt in die tiefen Dynamiken des Menschen ein. Möge der Weg, den wir in diesem Jahr beschreiten werden, uns alle im Glauben und in der Liebe zu Christus wachsen lassen, damit wir lernen, in unseren Entscheidungen und im täglichen Handeln das gute und schöne Leben des Evangeliums zu leben. Danke.«

Papa emerito – ich danke Ihnen, für die vielen richtungsweisenden und klugen Antworten auf so viele Fragen!


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