Mittwoch, 16. Oktober 2013

Auch Salzburg…

 

 

…respektive die Salzburger Nachrichten sind mit bereits drei brisanten Artikeln auf das lustige Bischofsschlagen des ohnehin schon am Boden liegenden Limburger Bischofes aufgesprungen.
Gestern wurde ein Luftbild der bischöflichen Prunkresidenz präsentiert, um den Salzburgern ganz genau zu zeigen, was dieser Verschwenderbischof im fernen Limburg hinklotzen hat lassen.

Pffff! Kann ich da nur sagen (und liege damit im  derzeitigen blogoezesanen Trend), was ist dieses lächerliche Fachwerk- und  Schachtelsammelsurium an Gebäuden schon gegen unseren barocken fürsterzbischöflichen Gebäudekomplex?
Dementsprechend auch die  Kommentare bei den drei sicher ganz sorgfältig und mühsam recherchierten Artikeln, die laut Statistik der SN zu den immerhin meistgelesensten Online-Artikeln der vergangenen Tage gehörten:

NULL KOMMENTARE!

Ich will es ja nicht verschreien, aber ich habe den Eindruck, daß dieser Limburger Skandal bei uns noch nicht genügend gepuscht wurde oder bei Krethi und Plethi nicht ganz so brennend interessant ist, wie man es glauben machen will. Und damit diese Nullrunde auch eine solche bleibt, gibt’s hier keinen Link.

Die deutsche Journaille war und ist um Klassen erfolgreicher und hat nicht zuletzt auch die Blogoezese  ordentlich aufgemischt, in Aufruhr versetzt,  Los Wochos und einige gebloggte Meisterleistungen provoziert und für viele Reaktionen und Statements auf Twitter und anderen Portalen gesorgt.

Doch trotz all der satirischen Antworten und der blogoezesanen Solidaritätswelle – mein ungutes Gefühl bleibt, daß es ohnehin nie um die verschwendeten Millionen in Limburg gegangen ist. Verschwendung bei kirchlichen Bauten finde ich allenthalben und laufend auch bei kleinsten Pfarrhöfen.

Tebartz-van Elst  ist der Reibebaum, den man nun endlich nutzen kann und darf, nachdem die Medien Papst Franziskus zu ihrem Liebling erkoren haben und sich damit, aus welchen Gründen auch immer, selbst Fesseln auferlegt haben.
Die negative Haltung der Medien gegenüber der katholischen Kirche hat sich ja nur wegen der Wahl des neuen Papstes um keinen Millimeter geändert. Man hat lediglich die Strategie modifiziert und sucht sich nun zur Personifizierung dieses Feindbildes, nähere und somit  greifbarere Persönlichkeiten aus.
Der Limburger Bischof kommt da gerade richtig, zuerst die Flugaffaire und nun der überteuerte Bischofssitz, den er  ganz alleine(!), ohne Mithilfe(!) und ohne jegliche Mitverantwortliche(!) bzw. Mitwisser(!) Stein für Stein gebaut hat.
Es grenzt ja beinahe schon an ein Wunder, daß bei einem derartigen bischöflichen Verschleierungs-Alleingang all diese Informationen, mit denen man jetzt überflutet wird, überhaupt bis zu ebendiesen Medien durchgesickert sind.

(Kirchen)Volkesseele wurde also so richtig zum Kochen gebracht und jeder auch noch so kirchenferne, korrekte Bürger weiß, daß der Limburger Bischof abzutreten hat oder sofort vom Papst abzuberufen ist. Immerhin steht das seit Tagen überall und beim Jauch war’s auch!

Vielleicht hätten wir der katholischen Kirche und dem Bischof mehr geholfen, wenn wir auf diese mediale Hetzjagd gar nicht erst eingestiegen wären, sondern eine ähnliche Nullrunde geliefert hätten, wie die o.a., womit ich wieder bei meinem unguten Gefühl gelandet bin.
Ich habe bei diesen Los Wochos bisher nicht mitgemacht, weil sie mir nicht als die richtige Antwort auf die mediale Hetzjagd gegen Tebartz-van Elst erscheinen.
Man stelle sich vor, ein unbedarfter User googelt den Limburger Bischof und bekommt dann u.a. Prunk und Protz Wochen der Blogoezese geliefert, ohne Erklärung und völlig aus dem Zusammenhang heraus, und das bei der jüngst anhand der PIAAC- Studie ermittelten, schwachen Lesefähigkeit deutschsprachiger Erwachsener.

 


Kommentare:

  1. Mhhh, den Gründen der Verweigerung kann man sich nicht ganz entziehen ... aber ich bleibe bei kontextuell eingebettetem Prunk und Protz, trotz des Rezeptionsvermögens potentieller Leser (die Seiten mit so komischen Namen wie Bellfrell oder Pro Spe wahrscheinlich ohnehin nie vor die Nase bekommen) ... ;-)

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  2. Seh ich anders, denn die Blogözese ist ja derzeit der einzige Ort im Netz, wo die Leute auch mal andere Meinungen lesen können.
    Wenn man in die Online-Foren guckt, gibt's da wirklich ein paar aufrechte tapfere, die die Kirche dort mit ihren Beiträgen verteidigen und von allen Seiten niedergemacht werden. Für die ist dann ein Blick in die Blogözese eine wahre Erholung oder ein Hinweis, dass sie nicht alleine sind ....
    So haben damals viele nach den Angriffen der Medien auf den Papst (Williamson) in die Blogözese gefunden.

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