Montag, 2. September 2013

Mr. President go home and stay there!

 

Hugh!
Der Friedensmann aus dem weißen Haus hat gesprochen und er hat seinen “bellum praecox” gerade noch einmal hinausgezögert (eingefleischte Lateiner mögen mir verzeihen oder einen treffenderen Ausdruck anbieten).

Doch was hat er der Welt in seiner mit Spannung erwarteten Rede eigentlich mitgeteilt?

» Diese Attacke ist ein Angriff auf die menschliche Würde. Sie ist auch eine ernsthafte Gefahr für unsere nationale Sicherheit. Sie macht das weltweite Verbot des Gebrauchs chemischer Waffen lächerlich. Sie könnte zu einer Eskalation derartiger Einsätze führen oder zu einer Weiterreichung dieser Waffen an Terrorgruppen….«

Jeder kriegerische Akt ist ein Angriff auf die menschliche Würde, sei es mit Säbeln, Musketen, Pistolen oder Drohnen. Die nationale Sicherheit der USA ist dem Friedensmann aus dem weißen Haus bei seinen bisherigen Kriegseinsätzen in Afghanistan, Libyen und den vielen verdeckten Operationen, von denen wir Gott sei Dank nichts erfahren auch völlig egal gewesen. Hat er doch durch alle diese Einsätze stets das Leben seiner Soldaten riskiert und weitere Terroranschläge gegen Einrichtungen der USA (und nicht nur diese!) provoziert.

Nun aber ist es Mr. Obama vor einiger Zeit plötzlich eingeschossen, bei Chemiewaffen (es würde mich ja schon brennend interessieren, wer dieses riesige Arsenal an Syrien verkauft und damit jede Menge US-Dollars verdient hat) eine “rote Linie” zu ziehen.
Damit hat er ein Stöckchen geworfen; denn es war auch schon vorher nicht der Diktator, welcher permanent auf ein Eingreifen der westlichen Staatengemeinschaft in den innersyrischen Krieg gedrängt hat, sondern dieses undurchsichtige Rebellenkonglomerat, welches zum Teil Ziele verfolgt, die gerade den USA und ihren Verbündeten Albträume verpassen müßte.

»…ich bin mir auch bewusst, dass ich Präsident der ältesten konstitutionellen Demokratie der Welt bin. Ich glaube seit Langem, dass unsere Macht nicht nur im Militärischen wurzelt, sondern auch in dem Beispiel, das wir (. . .) geben.« 

Ja, welch ein Beispiel!
In Gestalt ihres obersten Kriegstreibers John Kerry versuchen die USA wieder einmal mittels kriegerischer Handlungen fernab(!) der USA von ihrem innenpolitischen Desaster abzulenken. Dieses Mal auch sicher gegen den Willen der Mehrheit der amerikanischen Bevölkerung.
Das Jahrzehnt der Kriege beenden – unter diesem Motto ist Obama damals angetreten und bekam dafür anscheinend auch gleich in vorauseilendem Gehorsam den Friedensnobelpreis, ohne je einen einzigen friedlichen Akt gesetzt zu haben – sehr beispielhaft!

»…Es macht mir nichts aus, ohne Zustimmung des UNO-Sicherheitsrats vorzugehen, der bislang komplett gelähmt war und unwillig, das Assad-Regime verantwortlich zu machen.

Ich respektiere die Meinung jener, die zur Vorsicht aufrufen. Aber hier ist meine Frage an jedes Mitglied des Kongresses und jedes Mitglied der Weltgemeinschaft: Welche Botschaft senden wir aus, wenn ein Diktator Hunderte von Kindern (. . .) vergasen kann, ohne einen Preis dafür zu bezahlen?«

Man könnte doch glatt  meinen, hier ist jemand verstimmt, weil die UNO wieder einmal nicht nach seiner Pfeife tanzt.
Das erinnert mich doch ungemein an Tschordsch Dabbeljuh und seine Irakbegehrlichkeiten. Damals zweifelte die UNO an den  Massenvernichtungswaffen Saddam Husseins. – war also auch “unwillig”, wie Mr. Obama das bezeichnet.
Es sollte wirklich endlich global verboten werden, mangels sicherer Beweise “unwillig” zu sein, den Willen der USA zu befolgen.
Was die eventuelle Botschaft betrifft, die der amerikanische Friedensfürst aussenden könnte, wenn er nicht kriegerisch darauf reagierte, weil der syrische Diktator Hunderte von Kindern vergast (was ja bisher noch immer nicht bewiesen ist!) schauen wir uns doch einmal jene Unmengen von ungeborenen Kindern an, die in Baracks eigenem Land und überall auf der Welt tagtäglich ermordet und wie Abfall entsorgt werden und dann reden wir weiter.

»…Wir können unsere Kinder nicht in einer Welt aufziehen, in der wir uns nicht an das halten, was wir sagen, an die Verträge, die wir unterzeichnen, an die Werte, die uns definieren.« (ganze Rede im Wortlaut)

Ja, Mr. Obama, dann fangen Sie schon einmal an, all ihre schönen Reden zu durchforsten, und sich aus dem Sumpf, in den Sie sich geredet haben, wieder herauszuziehen.
Die Kinder Ihres Landes warten seit Ihrem Amtsantritt darauf, daß Sie sich an Ihre schönen Worte und Reden und die darin vermittelten “Werte” erinnern.
Mr. President, wir haben Ihre rhetorischen Worthülsen satt, die Ihr Chefredenschreiber verfaßt hat.
Nehmen Sie sich Ihre Drohnen und Ihre friedlichen Kriegsgelüste und eventuell auch Monsieur Hollande mit ins Bett und träumen Sie Ihre feuchten Kriegsträume, aber verschonen Sie den Rest der Welt mit Ihren als Moral und Wertvorstellungen getarnten, gefährlichen Wargames, die wir dann alle auszubaden haben.


Kommentare:

  1. ... und das Nämliche von mir!!

    (nur der "eingefleischte Magister" in mir kann nicht umhin anzumerken: DAS (nicht der) bellum ... nix für ungut!;-)



    AntwortenLöschen

Schreiben Sie ruhig einen Kommentar, aber bleiben Sie höflich und sachlich.

 Spamer und Trolle werden umgehend in den Wald zurückgeschickt.

Kommentare zu Posts, welche länger als 7 Tage zurückliegen
oder größer als 700 Wörter sind, werden aus organisatorischen Gründen
nicht veröffentlicht.