Samstag, 21. September 2013

Franziskus – ein Plagiator?

 

Papst Euphorie

Vom ORF bis zum ZDF, von DIE WELT,  und man staune, bis SPON befindet sich der gesamte Mainstream in orgiastischer Verzückung und religiös inspirierter Ekstase ob des Interviews, welches Seine Heiligkeit Franziskus der  jesuitischen Zeitschrift Stimmen der Zeit gegeben hat.

»…Wenn ich in den achtziger, neunziger Jahren nach Deutschland kam, wurde ich um Interviews gebeten, und ich wußte immer schon im voraus die Fragen. Es ging um Frauenordination, um Empfängnisverhütung, um Abtreibung und um ähnliche Probleme, die ständig wiederkehren. Wenn wir uns einfangen lassen in diese Diskussionen, dann fixiert man die Kirche auf ein paar Ge- oder Verbote, wir stehen da als Moralisten mit ein paar etwas altmodischen Ansichten, und die eigentliche Größe des Glaubens erscheint gar nicht…«

Upps!

Da ist mir jetzt aber ein Fehler unterlaufen!
Dieses Zitat stammt nämlich nicht von Papst Franziskus. Das wurde schon viel früher gesagt, aber nicht gehört oder wollte weder gehört noch verstanden werden oder wer weiß schon aus welchen Gründen genau die Medienwelt eine Botschaft auffängt oder auch nicht.

Obiges Zitat, welches so ähnlich ja auch im letzten Interview des Hl. Vaters vorkommt, stammt aus einer Rede Papst Benedikt XVI. aus dem Jahr 2006.
Damals war es aber leider noch nicht   tres chique Worte eines Papstes zu hören und wiederzugeben. Verstanden haben sie die einschlägigen Medien weder damals noch heute. Der Unterschied ist lediglich, daß päpstliche Aussagen von Franziskus –warum auch immer- willfährig und einseitig vorgekaut ans Volk gebracht werden.
Ob das schlimm ist?
Nein, es ist immer gut, wenn die röm. katholische Kirche ins Gespräch kommt und im Gespräch bleibt.
Ich persönlich denke mir nur manchmal, Ehre, wem Ehre gebührt, und da ist Franziskus der Demütige sicher auch meiner Meinung.
Es gibt im Grunde nichts, was unser neuer Papst , auf den ich mich schon zu sehen freue, sagt, das nicht andere schon vor ihm gesagt haben und das nicht auch fest verankert in den Lehrbüchern der röm. katholischen Kirche steht.
Man sollte lediglich nicht vergessen, die Medien und deren Konsumenten trotz ihrer Euphorie darauf hinzuweisen.
Es wäre doch schade, wenn schlußendlich diese schöne, medial inszenierte Aufputschstimmung wieder in der normal üblichen Kirchenhetze endete und Papst Franziskus gar als Plagiator von Benedikt XVI in die Geschichte einginge, gell? 


Kommentare:

  1. Eine klitzekleine Präzisierung wäre hier doch schon angebracht!! Benedikt richtete diese Worte an den reformorientierten Flügel der Kirche, wie er überwiegend im deutschen Klerus vorhanden ist. Franziskus richtet seine Botschaft aber gerade in die andere Richtung, gegen die Moralisten und Dogmatiker, die den Menschen in seinem persönlichen Schicksal übersehen und glauben, ihn aufgrund dogmatischer Aussagen verurteilen zu können...

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  2. was aber am Inhalt der Botschaft, die für alle gilt -auch für alle Flügel innerhalb der Kirche- nichts ändert, ebensowenig am Nichtverstehenkönnen der Medien.

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