Samstag, 31. August 2013

Was macht man mit so wenig Hirn?

 

Titelt die FAZ einen Artikel über das jüngst von österreichischen Biotechnikern in einer Petrischale “erschaffene”, etwa erbsgroße Gehirn. Die Stammzellenforschung machte es also möglich, ein Gehirn wachsen zu lassen, welches in etwa dem eines 9 Wochen alten Embryos entspricht.

»…Das österreichische „Minihirn“ ist, mit anderen Worten, noch eine sehr unvollständige und durchaus einfache Rekonstruktion unseres Gehirns. Es kann derzeit auch nicht weiter wachsen, weil vor allem eines fehlt: ein Blutgefäßsystem. Ohne Blut kein Sauerstoff, und ohne Sauerstoff „verhungern“ die Zellen in den tieferen Schichten. Auch mit der Funktionalität der Neurone steht man noch etwas ratlos da. Die Hirnzellen des Kortex können zwar elektrisch angeregt werden. Aber was leisten sie wohl? Und was ist ein Gehirn ohne intakte Netzwerke, die nach Jahrhunderten von Hirnwissenschaft nun im Zentrum der Kognitionsforschung stehen? Es ist klar: Man hat hier, wie der Bonner Stammzellpionier Oliver Brüstle meint, eine bemerkenswerte Studie mit einem „zerebralen Organoid“ vor sich, das sich als Modell für Entwicklungsstudien eignet. Aber: „Die Realisierung eines Gehirns in der Retorte bleibt dennoch außer Reichweite.” «

Ja, mein Gott!
Dann belaßt diese Minihirne doch dort, wo sie hingehören: In einem menschlichen Embryo, der nicht als Zellspender für Frankensteins Labor fungiert, der nicht abgetrieben wird, sondern sich entwickeln und leben darf. Er wird ganz von selbst ein perfektes Hirn entwickeln, welches denken und fühlen kann, wenn man ihm die notwendige Zuwendung gibt: Ein Heim mit Vater und Mutter und nicht eine Petrischale mit Biotechnikern, die ihn durch ein Mikroskop beobachten und am Ende der Testreihe im Labormüll entsorgen.
Derartige wissenschaftliche Sensationsmeldungen über Experimente mit menschlichen Zellen haben doch immer wieder eine grausige, dunkle Seite, die man zu Gunsten der Sensation unter den Tisch fallen läßt, in der Hoffnung, daß niemand genauer darüber nachdenkt.

P.S.:Die Frage, was man mit so wenig Hirn machen könnte, hat übrigens ein Kommentator ziemlich treffend beantwortet:

Man wählt rotgrün


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