Mittwoch, 14. August 2013

Spitzenverdiener in Salzburg

 

Nun haben also ein paar Spitzenverdiener staatsnaher Salzburger “Betriebe” ihre Verdienste offengelegt und da bleibt einem doch im ersten Moment ein ausgetrocknetes Gefühl im Mund zurück.

»…■ An der Spitze liegen, wie berichtet, die Bezüge der beiden Vorstände der Salzburg AG. August Hirschbichler und Leonhard Schitter erhielten 2012 jeweils knapp 310.000 Euro brutto, davon je rund 88.000 Euro Erfolgsbonus.

■ Alfred Denk, ehemaliger Baudirektor des Landes, ist nach wie vor Geschäftsführer der Salzburger Parkgaragengesellschaft. Für eine Teilzeitarbeit mit wechselndem Aufwand erhält er 7000 Euro brutto 15 Mal pro Jahr, macht 105.000 Euro Jahressalär.

■ Ebenfalls 105.000 Euro brutto beträgt das Gehalt von Martin Hochleitner, Direktor des Salzburg Museums. ….« (Quelle)

Jetzt muß man wissen, daß so ein Posten, beispielsweise jener der Salzburg AG, nicht mit Kompetenz sondern rein politisch besetzt wird. So verteilen sich ausgediente, abgelegte Politiker fein säuberlich in den diversen Aufsichtsräten und Vorständen und haben so gut wie keine Ahnung von den “Geschäften” die sie “managen” leiten oder schlicht und ergreifend  vorsitzen.
Ein sehr gutes Beispiel dafür findet sich in Arno Gasteiger. ein echter Kapazunder, wenn man die  Presseaussendung der Salzburg AG (ehemals Salzburger Stadtwerke) aus dem Jahr 2011 durchliest. Was dieser Mann alles kann bzw. konnte, sagenhaft!
Auch da bleibt einem die Spucke weg.

»Die Salzburg AG hat sich in den 11 Jahren unter der Führung von Arno Gasteiger und seinem Vorstandskollegen August Hirschbichler sehr gut entwickelt. Die Liberalisierung konnte erfolgreich bewältigt werden, die energiewirtschaftliche Bilanz ist positiv, die Abhängigkeit von Stromzukäufen wurde durch den Ausbau der erneuerbaren Energien in Salzburg verringert. Allein neun Wasserkraftwerke wurden in den letzten Jahren neu errichtet bzw. ausgebaut. Die Erträge aus dem Telekommunikationsgeschäft wuchsen von Jahr zu Jahr. Ein offensiver Verkehrsbereich ist heute eine unverzichtbare Lebensader unserer Region. Die Entwicklung der Strompreise für Haushaltskunden konnte so gestaltet werden, dass die Salzburg AG heute unter den allergünstigsten Anbietern ist. Diese Niedrigpreisstrategie der Salzburg AG wurde erst vergangene Woche vom Bundesrechnungshof ausdrücklich gelobt.«

Da hat Salzburg wirklich Glück gehabt, denn ohne diesen Mann, der eigentlich Jurist war und eine lupenreine Polit-Laufbahn vorzuweisen hat, wären wir womöglich wieder auf Kerzenschein, Petroleumlampe und Pferdetram zurückgefallen. Ganz sicher!

So! Und jetzt sehen wir uns seine Nachfolger an, die da in der Spitzenverdienerliste so schöne Spitzenplätze belegen.
Während sich Hirschbichlers Vitae eher dürftig ausnimmt und man vor allem nicht zuordnen kann in welchem “Betrieb” die einzelnen Stationen seiner Laufbahn stattgefunden haben, hat Schitter immerhin zwei echte Unternehmen  beglückt, bevor er in diverse Politbüros wechselte, um schließlich dort zu landen, wo er nun thront.

Richtig interessant war aber ein Artikel gestern in den SN:

»…Die Frage ist, ob auch weniger reichen würde. Oder ob dann die kompetentesten Personen den Job einfach nicht annähmen.
Genau dieses Risiko bestehe durchaus, sagt Franz Wührer, Geschäftsführer der Personalberatung Hill International in Salzburg: „In unserer Gegenwart ist es sicher so, dass wesentlich niedrigere Gehälter es schwieriger machen würden, jemanden zu finden.“ Nicht weil solche Summen zum Leben nötig seien. Aber: „Gerade die Generation der etwa 45-Jährigen definiert sich selbst über den Verdienst. Das Aufsteigen in eine bestimmte Höhe werten viele Manager als Zeichen eigener Kompetenz und Wichtigkeit.“ Persönlich hält er Einkommen dieser Höhe für argumentierbar, „wenn sicher auch an der Obergrenze“….(Quelle)

 

Tatsächlich?
Abgelegte Politiker, Politgünstlinge und Konsorten sind dann für das Personalberatungsunternehmen Hill des Herrn  Wührer nicht mehr so leicht zu finden, wie damals, als er selbst das Auswahlverfahren des Salzburg AG Vorstandes gelenkt hat?

»…Zentral in das Auswahlverfahren eingebunden war der renommierte Personalberater HILL International. Alle Bewerbungen waren direkt an HILL zu richten. Das Unternehmen übernahm die gesamte Bewertung, die Vor-Auswahl sowie die Erstellung der Kandidaten-Shortlist für die Hearings. ..«(Quelle)

ERSTAUNLICH!

Ich meine, selbst bei einer kräftigen Reduzierung dieser Spitzengagen werden sich noch genügend Kandidaten finden.
Man wird sich in Zukunft lediglich schwer tun, derartige Positionen so unverfroren mit verwöhnten und verhätschelten “Austragspolitikern” zu besetzen.


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