Samstag, 6. Juli 2013

Stücke, die das Leben schreibt


Privat_parkplatz19
A  (Person mittleren Alters, von einem Balkon runter auf den Parkplatz): Hallo! Entschuldigung, aber dieser Parkplatz ist nur für Bewohner unseres Hauses. Sie müssen Ihr Auto auf der Straße parken.
B ( BMW- Fahrer Anfang 20, im Gefolge zweier weiblicher Personen  mit Schleier): What? You speak English?
A: This parking space is just for residents of our house. You have to move your car otherwise you will get a lawsuit, which costs about 1000 - 2000 Euro.
B: Do not care (zückt seine Brieftasche). How much you want?
A: Oh that’s interesting! You guys are living in an apartment sponsered by the Diakonie and the Integrationshaus, no one of this Syrian familiy is working, but you dont mind, just paying 1000 Euro or more for wrong parking?
Mittlerweile steht der Rest der Familie am gegenüberliegenden Balkon.
B: You crazy person, you are racist, I call police, I hate all Austrians….
Greift zum Telefon und führt (angeblich) ein Gespräch mit der Polizei.
B: You speak English? I have problem with a crazy person, that says I have to move my car from her Parkplatz, I hate all Austrians, I am from Milano, I am Italian [?], wollen hier leben in Frieden.
Aah, da schau an, er spricht also doch Deutsch. Das (angebliche) Gespräch mit der (angeblichen) Polizei wird beendet. B wendet sich wieder zu A hinauf. Auf sämtlichen anderen Balkonen herrscht auffallend gähnende Leere. Ab und zu bemerkt man ein sanftes Bewegen zugezogener Gardinen.
B: You racist, you crazy person what do you think, who you are?
A: Just say, what is your problem? I asked you to move your car, for this parking space is only for residents of our house. All other residents of your house are accepting this and nobody has a problem to accept this rule
B steigt unter lautem Protestgeschimpfe und weiteren Verbalinjurien in seinen BMW und fährt mit zornigem Gasfuß auf die Straße. Beim Zurückkommen wird noch einmal die Rassismuskeule geschwungen und der restliche Clan am Balkon schwingt selbstbewußt den Stinkefinger.

Was lernen wir daraus?
Man kann heutzutage wirklich schnell zum Rassisten werden, ohne selbst etwas dafür tun zu müssen.


P.S.: Das Stück wurde für den geneigten Leser auf eine zumutbare Länge gekürzt. Die Originalversion dauerte ca. 20 Minuten.