Sonntag, 28. Juli 2013

Sodom und Gomorra

 

Lots wife rock formation

 

Auch gestern habe ich wieder den Gottesdienst in der Kajetanerkirche Salzburg besucht und war bereits am Anfang erfreut, als ich die Organistin auf die Empore gehen sah. Bei ihr konnte ich mir sicher sein, heute wird GL802f (Schubert) endlich wieder einmal so gespielt, daß er auch als solcher erkennbar ist, mit herrlichen Septakkorden und  Harmonien, die Schubert komponiert hat.
Die Woche davor klang das Gloria mehr recht als schlecht, reduziert auf die Stufen I-IV-V wie ein alpenländisches Volksliedchen bzw. wie eine Tonsatzübung aus dem 1. Semester.
Manchmal sind eben doch nur Orgelschläger unterwegs. Aber das nur nebenbei.

Der Zelebrant, ein älterer Pater der Franziskaner, nahm gestern die Gelegenheit wahr, als Predigt die Fortsetzung der Geschichte über Sodom und Gomorra vorzulesen, da diese sonst im ganzen Kirchenjahr nicht mehr vorkäme. Und er hatte Recht, denn diese Geschichte sollte wirklich immer wieder ganz erzählt werden.

 

 

»…..Gen 19,4 Sie waren noch nicht schlafen gegangen, da umstellten die Einwohner der Stadt das Haus, die Männer von Sodom, Jung und Alt, alles Volk von weit und breit.
Gen 19,5 Sie riefen nach Lot und fragten ihn: Wo sind die Männer, die heute Abend zu dir gekommen sind? Heraus mit ihnen, wir wollen mit ihnen verkehren. Gen 19,6 Da ging Lot zu ihnen hinaus vor die Tür, schloss sie hinter sich zu Gen 19,7 und sagte: Aber meine Brüder, begeht doch nicht ein solches Verbrechen!
Gen 19,8 Seht, ich habe zwei Töchter, die noch keinen Mann erkannt haben. Ich will sie euch herausbringen. Dann tut mit ihnen, was euch gefällt. Nur jenen Männern tut nichts an; denn deshalb sind sie ja unter den Schutz meines Daches getreten. Gen 19,9 Sie aber schrien: Mach dich fort!, und sagten: Kommt da so ein einzelner Fremder daher und will sich als Richter aufspielen! Nun wollen wir es mit dir noch schlimmer treiben als mit ihnen. Sie setzten dem Mann, nämlich Lot, arg zu und waren schon dabei, die Tür aufzubrechen.« (Quelle)

Ich habe Probleme mit diesem Lot, der so mir nix Dir nix seine beiden jungfräulichen Töchter dem geilen Mob vor die Füße werfen wollte.
Welch ein Vater macht so etwas und wird dafür auch noch gerettet? Aber gut, ich muß nur nach Jemen schauen und sehe, daß es solche Väter auch heute noch gibt und sie kommen recht gut weg, und bei uns in Europa, habe ich das Gefühl, daß manche Töchter freiwillig zu den Männern hinausgehen würden und Lot selbst noch seine helle Freude an dem Treiben haben könnte. Man denke nur an die letzten Meldungen über gar seltsame Gepflogenheiten linker Kommunen, bzw. an die Grünen und deren gelinde gesagt sonderbaren Einstellung zu Pädophilie oder Inzest.

Also Familie Lot ist noch einmal davongekommen, lediglich Frau Lot erstarrte gegen Schluß zur Salzsäule,  weil  sie es entgegen der Anweisung der Engel nicht lassen konnte, zurückzublicken, dabei war sie doch schon von Anfang an zum Salzsäulendasein verdammt; denn sie hat keinerlei Versuch unternommen, ihren Lot davon abzubringen die gemeinsamen Töchter dem Mob vor die Füße zu werfen. Es soll trotz aller gesellschaftlichen Zwänge damaliger biblischer Zeiten schon mutigere Frauen gegeben haben.

Lumpige 10 Gerechte hätte es gebraucht um die ganze Stadt vor ihrem Untergang zu bewahren. Gott rettete schlußendlich nur Lot und seine beiden Töchter.

Wie gesagt, mit dieser Familie Lot und ihrer Geschichte habe ich echte Probleme


Kommentare:

  1. Geht mir genauso.
    Und der gute alte Franziskanerpater hatte nichts Klärendes dazu zu sagen?

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  2. Nein, leider nicht. Er konzentrierte sich eher darauf, daß Gottes Geduld mit uns Menschen zwar groß aber auch enden wollend ist. Und meinte auch in Bezug auf die vielen Verbrechen und Abtreibungen die tagtäglich auf unserer Erde begangen werden, würde es ihn nicht wunder, falls...

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  3. P.S.: »wundern« soll das heißen.
    Zimmertemperatur 28.6°C bei ohnehin geschlossenen Fenstern beginnen langsam zu wirken. ;-)
    Salzburg kocht bei 37,6°C vor sich hin...

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  4. Yupp, Kollech,

    besonders wie die Geschichte weiter geht. Der alte Lot entblödet sich nicht, sich von seinen Töchtern abfüllen zu lassen, damit sie mit ihm Nachkommen zeugen können. Nur fürs Protokoll: Ein völlig blauer Mann kriegt keinen mehr hoch, er war wohl einverstanden, die Frau hat sich ja verkrümelt, bestimmt nicht wegen dem Umschauen. da steckt mehr dahinter... :(
    In all' diesen großen Sippen oxidieren fröhlich Rohrkrepierer neben Heiligen, nomaal, so was!
    Wo beginnt die Gerechtigkeit?
    Ich kann mich irren, doch denke mal mit:
    Abraham hat für seinen Neffen getan, was möglich war.
    Und Gott hat gehalten, was er versprach. Typisch für Ihn und logo. *beifallklatsch*
    Die Töchter wären gefressen gewesen, weil in der damaligen Gesellschaft Kinder die Altersversorgung ihrer Eltern waren. Dafür haben sie Völker hervor gebracht, die Israel nur Ärger machten, als es von Ägypten ins gelobte Land zogen.
    Fazit: Hüte Dich vor der "bucklich' Verwandschaft!"

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  5. Alttestamentler argumentieren, dass die Gastfreundschaft und der Schutz der Gäste das höchste Gut des Gastgebers sei. Deshalb ...
    Frau Lot hatte vermutlich sentimentale Anwandlungen. Lies am Besten Kishon, der weiß, wie es war.

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