Montag, 29. Juli 2013

Pakistani im Servitenkloster

 

Im heutigen Morgenjournal von Ö1 fragte die Journalistin Eva Haslinger unsere Innenministerin Johanna Mikl-Leitner, ob sie denn garantieren könne, daß jene 8 pakistanischen Flüchtlinge, die gestern in dem von der Caritas betreuten Servitenkloster zur rechtskräftigen Abschiebung verhaftet wurden, in dem gefährlichen Land Pakistan auch nichts passieren würde.
Es ist immer wieder eine spezielle Freude, schon am frühen Morgen den Gedankengängen staatsdienender Journalisten zu folgen.
So sollte Frau Haslinger doch einmal ernsthaft der Frage nachgehen, ob jener pakistanische Asylwerber, der im Juni drei bewaffnete Überfälle begangen hat, nicht noch am Leben wäre, wenn man ihn rechtzeitig nach Pakistan zurückgebracht hätte. Wäre er dann doch nicht gezwungen gewesen, in Wien einen Taxifahrer zu überfallen und bei diesem für ihn fehlgeschlagenen Einsatz sein Leben zu lassen.
Gab’s da irgendwelche Garantiezusagen?
Ein Interessantes Detail gängiger journalistischer Selektions- und Manipulationsarbeit liefert in diesem Zusammenhang übrigens wieder einmal  DIE PRESSE.
Wie Blogkollege LePenseur Anfang Juni herausfinden konnte, handelte es sich bei diesem bedauernswerten Getriebenen sehr wohl um einen jener Votivkirchenbesetzer, die von Caritas und Co. so aufopfernd betreut werden. Ein Kommentator hatte anscheinend diesbezügliche Informationen des Innenministeriums recherchiert und gepostet. Mittlerweile sind sämtliche Kommentare auf diesem PRESSE-Online Artikel verschwunden.

Für die gestern zur Abschiebung in Haft genommenen Pakistani soll also nun also laut Eva Haslinger das Innenministerium eine Garantie übernehmen,  Kardinal Schönborn

kritisierte zudem die Umstände, unter denen die Aktion durchgeführt wurde: an einem Sonntag, dem Heiligen Tag der Christen und während des Ramadan, des Heiligen Monats der Muslime, in dem sie auch durch ihr Fasten besonders geschwächt sind. „Nach all dem, was Papst Franziskus in den letzten Wochen und Monaten über unsere Pflicht gegenüber allen Menschen in Not gesagt – und dieser Tage vor der Jugend der Welt bekräftigt – hat, und vor allem nach seinem Solidaritätsbesuch in Lampedusa, ist das ein enttäuschender, trauriger Tag.“
Dieser Text stammt von der Webseite (Radio Vatikan)

 

und die Grün Inne Alev Korun meint gar, diese ganze Aktion sei Wahlkampftaktik der ÖVP. Siehe auch hier.

Beim Herrn Kardinal muß ich mich nun aber schon ein bißchen über dessen Logik wundern. Falls die Pakistani gläubige Moslems wären, so haben sie in dem tief muslimischen Land Pakistan aber schon rein gar nichts zu befürchten und unser Hl. Sonntag würde ihnen so etwas von egal sein, daß keine Hutschnur lang genug wäre, um dies zu beschreiben. Wären sie hingegen Ungläubige oder gar Christen, dann wären sie wohl zur Zeit nicht durch den Ramadan geschwächt.
Also was denn nun, Herr Kardinal?

 

„Wenn wir nach Pakistan ausgeliefert werden, dann sind uns sechs Monate Gefängnis und Geldstrafen sicher. Gerichte können uns aber auch als Terroristen anklagen. Dann ist unser Leben in Gefahr“, sagt Mir Jahangiy, Sprecher der Flüchtlinge

 

Terroristen? Aus Pakistan? Im österreichischen Servitenkloster?
No Bravo!


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Schreiben Sie ruhig einen Kommentar, aber bleiben Sie höflich und sachlich.

 Spamer und Trolle werden umgehend in den Wald zurückgeschickt.

Kommentare zu Posts, welche länger als 7 Tage zurückliegen
oder größer als 700 Wörter sind, werden aus organisatorischen Gründen
nicht veröffentlicht.