Dienstag, 11. Juni 2013

Wahlkampf , Kirchenbashing und Orden

 

 

Silvesterorden

Heute morgen schon durfte ich via ORF die Meldung vernehmen, daß das österreichische Innenministerium aus dem Stadterweiterungsfonds kirchliche Gebäude, Unternehmungen und Projekte gefördert und unterstützt hat. So weit so gut, dachte ich, wenigstens eine sinnvolle Verwendung.
Aber nein, fehlgedacht! Im Morgenjournal berichtete man über eine anonyme Anzeige bei der Korruptionsstaatsanwaltschaft, die - welch ein Nichtwunder- auch der Plattform gegen Kirchenprivilegien zugespielt worden ist. Ja, ja Gottes Wege und Menschens Intrigen!

Österreich ist im Wahlkampf, das Anti Kirchenprivilegien Volksbegehren und deren Hintermänner wurden mit der verdienten Mißachtung gestraft und können das anscheinend nicht verkraften.
Und so durfte ich dann im Mittagsjournal (Ö1) einem äußerst verdienstvollen Gynäkologen lauschen, der sich nicht auf Geburten sondern auf Töten ungeborenen Lebens spezialisiert hat (in Salzburg beispielsweise mit der großartigen finanziellen Zuwendung[!] durch den nunmehr abgeschossenen Landeshauptmann Gabi Burgstaller, SPÖ)

Und so krakeelt also der Herr Dr. Fiala, atheistischer Herr über Leben und Tod nicht nur via ORF sondern auch auf der Homepage seiner Antikirchler ins Land hinein: 

» „Während für die überfällige Sanierung des Parlamentsgebäudes, dem Herzen unserer Demokratie, kein Geld vorhanden ist, werden kirchliche Vereinigungen und kirchliche Repräsentationszwecke aus den Mitteln des Stadterweiterungsfonds großzügig unterstützt“, wundert sich Christian Fiala von der Initiative gegen Kirchenprivilegien. Umso unverständlicher als der Fonds u.a. für die Erhaltung von Ringstraßengebäuden gedacht ist wie der Rechnungshof anmerkt. In einer Aussendung des BMI zur Ordensverleihung wird die Innenministerin zitiert, die dieser Zweckentfremdung wohl einen offiziellen Anstrich verleihen soll: “Die Verantwortlichen im Stadterweiterungsfonds haben stets ein offenes Ohr für soziale und kirchliche Projekte – nicht nur für bauliche Maßnahmen wie die Restauration von Gebäuden.“..«

 

Ja, das sind unsägliche Ungerechtigkeiten, die der Herr Frauenarzt hier dank der zugespielten anonymen Anzeige kommentiert. In etwa gleich unsäglich, wie jene Zuwendungen, die die Gynmed Klinik indirekt vom Land Salzburg kassiert? Oder gleich unsäglich wie jene Zweckmittelentfremdung, die uns kürzlich eine Ministerin als grandiose Geldbeschaffung für den Wohnbaufonds unterbreiten wollte, indem sie den Verkaufserlös der Handyfunk- Lizenzen für die Finanzierung des sozialen Wohnbaus verwenden will?

Und man raunzt noch weiter und begehrt Antwort auf folgende Fragen:

»Die Initiative gegen Kirchenprivilegien begehrt nun Auskunft von der Innenministerin:

  1. Seit wann überreicht die Innenministerin päpstliche Orden?
  2. In wessen Auftrag überreicht die Innenministerin päpstliche Orden?
  3. Warum erhalten Spitzenbeamte des BMI päpstliche Orden?
  4. Wieso erhalten ausgerechnet jene Beamten höchste Vatikan-Orden, die für die Spendenzuwendung an die röm-kath. Kirche verantwortlich waren?..«

Die Fragen eins und zwei konnte Frau Mikl Leitner im Mittagsjournal ja schon beantworten. Kardinal Schönborn hat im Auftrag von Papst Benedikt XVI den Orden verleihen lassen und Frage drei müsse der Vatikan selbst beantworten.

Frage 4 ist so absurd, daß sie eigentlich nur jemand wie Fiala &Co stellen konnten. Ich will mich bemühen, eine leicht verständliche Antwort für den Abtreibungs Doktor zu finden:
Wenn jemand sich für eine Sache oder eine Institution einsetzt, die im Sinne der röm. katholischen Kirche Gutes bewirkt, Menschen fördert und unterstützt, dann wird’s dafür vermutlich auch einen päpstlichen Orden geben können, auch wenn es sich dabei um Beamte eines Ministeriums handelt.

Übrigens sollen schon wesentlich zwielichtigere und wenig rühmliche Personen staatliche Orden eingestrichen haben. Das Verdienst dieser Ordensträger war zumeist lediglich das Kleben auf einem parteipolitisch gepolsterten Sessel, das Kassieren eines fetten Politikergehalts und das blinde Unterschreiben von Subventionsanträgen staatlich geförderter Einrichtungen.


Link: http://oe1.orf.at/artikel/342730


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