Dienstag, 23. April 2013

56.660

 

in Worten Sechsundfünfzigtausendsechshundertsechzig Menschen haben das Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien unterschreiben.
0,89 Prozent der wahlberechtigten Bevölkerung Österreichs haben sich u.a von Niko Alm, Christian Fiala & Co. dermaßen beeindrucken lassen, daß sie deren persönliche (private!) Ambitionen in Punkto Religion und Kirchenhetze mindestens unterschrieben und in einigen Fällen sogar finanziell unterstützt haben; denn darauf angesprochen, wurde von den Initiatoren immer wieder betont, daß die Finanzierung dieses Begehrens zur Gänze aus privaten Geldquellen stamme. 
Schön.
Menschen geben gerne Geld für unnütze Dinge aus. Manchmal profitieren sie davon, manchmal nicht. Mancher spielt sein Leben lang Lotto und finanziert dadurch über Umwege den Staat mit der sogenannten Deppensteuer, andere saufen sich in Grund und Boden oder fahren ihr geleastes Luxusauto gegen die Wand.
Es gibt viele Formen der privaten Belustigung.
Ab und zu sprengen diese privaten und persönlichen Erheiterungen ihren  Rahmen, jenen streng privaten Rahmen, in welchem die Initiatoren dieses erfolglosen Volksbegehrens speziell Religion und allen voran die katholische Kirche eingegrenzt sehen wollen. Von “Privilegien” war die Rede und davon, daß die Kirche vom Staat bevorzugt werde.

Gut.
Streichen wir doch einmal sämtliche Privilegien auch aus der restlichen, schönen privaten Welt .
Dann kann sich beispielsweise Herr Dr. Fiala für seine Gynmed Abtreibungs Ambulanz ein anderes Gebäude, auf teurem, privaten, anstatt auf vom Steuerzahler mitfinanzierten, öffentlichen Grund der Salzburger Landeskrankenkliniken suchen.
Staatliche Gelder für Krankenpflege zu Hause? Also bitte, Sterben ist wohl die privateste aller Privatsachen.
Fördergelder und Steuervorzüge für diverse Großveranstaltungen, Freiwillige Feuerwehr, Musikschulen und Sport/Fußballverein? Weg damit – alles Privatsache!
Parteienförderung – zum Teufel damit! Reinster Privilegien Abusus!
Bürgerinitiativen und kostengünstiges zur Verfügung stellen öffentlichen Raumes – PRIVILEG!

Das ganze Leben ist Privatsache! Gleiches Recht für Alle! Sozialstaat und Fürsorge, welcher Art auch immer sind manifestierte Privilegien, die einzelne, ausgewählte Personen bevorzugen…..

Upps! Übers Ziel hinausgeschossen?
Hm. So geht es wohl, wenn schlußendlich Politik und Vereinsmeierei als Ersatzreligion fungieren. 
So geht es, wenn Religion zu reiner Privatsache wird, die nur noch im Geheimen praktiziert werden darf und staatlich geächtet und verfolgt wird, sobald sie ruchbar wird.

Religion mag vielleicht Privatsache sein, aber sobald Religion in Form von kirchlichem Leben in einer Gesellschaft nicht mehr öffentlich wahrgenommen werden darf, treten alternative Idole und Ersatzgötter in Erscheinung, die uns im wahrsten Sinn des Wortes zwangsbeglücken und uns wirklich teuer zu stehen kommen, sowohl finanziell als auch moralisch bzw. gesellschaftspolitisch.
Gott Stalin, Gott Hitler, Gott Mao sind lediglich die prominentesten Beispiele.


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