Montag, 9. April 2012

Weichzeichner des Terrors

 

“…Es wird vermutet, dass die Bluttat auf das Konto der islamistische Terrororganisation Boko Haram geht, die Anschläge zu Ostern in der Provinz angekündigt hatte. Die Sekte will die Christen aus dem überwiegend islamisch geprägten Norden des Landes vertreiben.

Unter den Toten ist nach Angaben der Sicherheitsbehörden auch der Fahrer, der ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug auf einer belebten Straßenkreuzung zur Explosion gebracht hatte. Eine Augenzeugin berichtete der Nachrichtenagentur dpa aus Kaduna, das Auto sei nahe einer Kirche in die Luft gesprengt worden…”

“….Boko Haram terrorisiert seit 2009 Nigeria. ” (Quelle)

Gestern wollte ich noch nicht darüber schreiben, doch dann las ich die diversen Kommentare in den Kommentarbereichen, die nach  brutalen islamistischen Anschlägen stets gebetsmühlenartig und routinemäßig folgen:

  • Das hat nichts mit dem Islam zu tun,
  • irgendeine unbedeutende  Gruppe aufrechter Muslime aus Hintertupfing verurteilt diesen Anschlag, bei dem Unschuldige getötet wurden aufs Schärfste, 
  • brave Männer und Frauen aus den diversen politischen Vorzeigelagern finden mit schönen Worten Erklärungen und Entschuldigungen und vor allem immense Verfehlungen unsererseits 
  • und somit darf man das alles nicht in einen Topf werfen
  • und man muß genau differenzieren
  • und überhaupt, wie unchristlich ist es denn, seine Feinde nicht zu lieben
  • und womöglich gar ein berechtigtes Mißtrauen gegenüber Mördern und Schlächtern zu haben
  • und dies gar noch in Worte zu fassen?

Ja, wie unchristlich bin ich, wenn ich Schwierigkeiten damit habe, der offensichtlichen Hinterhältigkeit  mit Taktik und Kalkül  begegnen zu müssen, weil ich sonst Gefahr laufe, nicht nur von meinem Feind, sondern auch von meinem scheinbaren Freund angegriffen zu werden? Wie unchristlich bin ich, wenn ich betone, daß ich keinen Gefallen daran finde, immer und überall stets Rücksicht auf religiöse Gefühle Andersgläubiger nehmen zu müssen, weil die ihren Glauben im Gegensatz zu mir ja viel bewußter und besser ausleben und mir somit angeblich einen Spiegel vorhalten? Wie unchristlich bin ich, wenn ich mir erwarte, daß christliche Kinder auf der ganzen Welt am Ostersonntag die Hl. Messe besuchen dürfen und sich nicht fürchten müssen, daß ihre Kirche zerbombt wird, wenn auch nur von einem Einzeltäter, der mit dem Islam nichts zu tun hat, sich seine religiösen Inspirationen aber sehr wohl vom selben Buch holt, wie mein freundlicher, zuvorkommender, stets hilfsbereiter, seine Frau  freiwillig Kopftuch tragen lassende Nachbar, dem ich vor lauter Respekt und Bewunderung für seinen so tiefen Glauben Freiheiten zugestehe (zugestehen muß), wie niemandem sonst in meiner Umgebung?

Wir in Europa haben es zur Zeit noch relativ einfach, dank hart erkämpfter Menschenrechte und sämtlicher Freiheiten, die wir als demokratische Bürger ausleben können. Ich denke, ich bin nicht unchristlich, wenn ich dieses zarte Gebilde der Demokratie mit allen Schwächen und Stärken bewahren möchte. Ich fürchte, ich wäre eher unchristlich, wenn ich stets meine eigene Religion anprangere, aus dem eigenartigen Verständnis heraus, permanent die Verfehlungen Andersgläubiger – so einzeltäterisch sie auch sein sollten –  dadurch entschuldigen, oder gar abschwächen zu müssen.

Wenn ich auch nun die Sünde der Hoffart begehen sollte, aber ich glaube, ich bin nicht christlicher oder unchristlicher als jene Vorzeigechristen, die nach jeder ehrlichen, wenn auch manchmal im ersten Effekt emotionalen Äußerung  eines Kritikers an den Zuständen in der Welt, sofort mit dem rosa Weichzeichner das Böse und Schreckliche beschönigen und differenzieren wollen. 

Bei jemandem, der die Dinge beim Namen nennt, weiß man woran man ist und man kann mit ihm darüber sprechen. Der Weichzeichner wird nie eindeutig Stellung beziehen, sondern sich sein ganzes Leben lang “durchwurschteln” und stets Angst haben, womöglich auf der falschen Seite zu stehen.

Pardon liebe Mitmenschen, welchen Glaubens auch immer, aber das ist nicht objektiv, das ist schlicht und einfach nur “die Hose gestrichen voll haben”.


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