Sonntag, 15. April 2012

Philosophieunterricht à la ORF

 

Morgenjournal 15.04.2012, 07.00 Uhr

Schlaftrunken höre ich die Worte des Herrn Anselm Peer:

“Die Verhandlungen in Istanbul gehen weiter. Das ist das einzige Ergebnis der Verhandlungen in Istanbul. China, USA, Rußland, Großbritannien, Frankreich und Deutschland haben gestern mit dem Iran über ein Ende des Atomprogrammes verhandelt. Viel ist dabei nicht herausgekommen, aber immerhin mehr als beim letzten Mal.”

Wie jetzt? “Mehr Nix” ist also tatsächlich eine meßbar größere Einheit als “nur Nix”? Ich werde munter und höre dann noch dem gutbezahlten ORF- Korrespondenten aus der Türkei, Christian Schüller(!), zu.

“Die sechs Großmächte haben sich mit dem Iran darauf geeinigt weiterzureden….Es handelt sich diesmal mehr um atmosphärische Verhandlungen, d.h. man habe aufgegeben, einander zu drohen…. Beide Seiten haben einander zu erkennen gegeben, daß sie sich keinen Mißerfolg wünschen….Damit scheint es nun denkbar, daß der Iran die Urananreicherung von sich aus drosselt und die Westmächte die Verschärfung der Wirtschaftssanktionen etwas langsamer angehen, als bisher geplant. In sechs Wochen will man sich in Bagdad wieder treffen und über einen konkreten Zeitplan sprechen. Der soll im Prinzip Schritt für Schritt folgen.”

Ich bin begeistert über das, was der Bruder des Probstdorfer Pfarrers hier von sich gibt.  Das ist nämlich genauso “Nix” wie “mehr Nix”; denn während in Istanbul herumgelabert wird, um Zeitpläne und potentielle, selbstauferlegte “Drosselungen”, läuft in Wahrheit doch das Atomprogramm des Iran munter weiter, und ich frage mich, ob die sechs führenden Nationen der westlichen Welt tatsächlich so blöd sind, wie sie sich bei diesen Scheinverhandlungen mit dem Iran präsentieren.

Seit bekannt wurde, daß der Iran sein Atomprogramm gestartet hat, nimmt die politische Chose den immer gleichen Ablauf,mit dem  immer gleichen Ergebnis: “Nix”:

Gescheitert,

Gescheitert,

Gescheitert,

Gescheitert,

u.s.w.

Der Ablauf ist immer gleich. Zuerst Verhandlungsbereitschaft, Verzögerungstaktik und dann “Scheitern”.

Und dann kommen an einem Sonntagmorgen um 07.00 Uhr früh der ORF, der Herr Anselm Peer und der zweite Schüller (als ob des Einen Botschaften nicht schon schlimm genug wären) und belästigen mich mit der frohen Botschaft, daß “mehr Nix” immerhin schon besser als “Nix” sei.

Herzlichen Dank, Ihr Pfeifen!

Bildquelle Klaus Stuttman, klicken

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1 Kommentar:

  1. In diesem Konflikt werden es, frei nach Schneider, eher nur die Beter sein, die was retten können. Die Jungs sind zu allem imstande, hier zu Lande müsste man wissen, dass plötzlich jemand kommen kann und ab 5.45 einfach "zurück"schießt... Arme Welt!

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