Freitag, 17. Februar 2012

Panta rhei - Alfred Gusenbauer und die Liste der Schande

 

Dr. Alfred Gusenbauer - ListensteherPeter Hochegger, einer der vielen, vielen Arbeitgeber von Exkanzler Dr. Alfred Gusenbauer gab gestern im Untersuchungsausschuß eine Liste der Schande bekannt.

Das Dementi folgte sogleich über die Specht-Rechtsanwalt GmbH. (Dr. Alfred Gusenbauer hat die Specht –Gesellschaft laut Wikipedia mittels Übertragungsvertrag vom 12. Dezember 2008 übernommen und hält 100% der Anteile mit der eingezahlten Mindesteinlage von € 35.000,00.):

 

 

1. Herr Dr. Alfred Gusenbauer hat zu keiner Zeit, weder direkt noch
    indirekt, für Herrn Peter Hochegger gearbeitet;
2. Das von Herrn Peter Hochegger behauptete Jahresgehalt von EUR
    100.000,00 ist frei erfunden;
3. Herr Dr. Alfred Gusenbauer hat zu keiner Zeit, weder direkt noch
    indirekt, mit Telekom Austria AG zusammengearbeitet;
4. Herr Dr. Alfred Gusenbauer war von Juli 2010 bis Februar 2011,
    auf Ersuchen deren damaligen Geschäftsführer Robert Moser, für
    SICON Energy Projektentwicklung GmbH als Berater tätig. Mit dem
    Ausscheiden von Herrn Robert Moser aus der Geschäftsführung des
    Unternehmens beendete Herr Dr. Alfred Gusenbauer die
    Zusammenarbeit mit SICON.
(Quelle, Presseaussendung Specht Rechtsanwalt GmbH)

 

Ach Gusi!

Du hast seit Ende Deiner Kanzlerschaft schon derart viele Berufe, Berufungen und anderweitige Beschäftigungen gehabt, wer kann es Dir verdenken, daß da eben auch der eine oder andere Flop dabei war. Leugnen ist absolut zwecklos. Gibt es da doch ein Interview:

“Gusenbauer sieht jedenfalls keine schiefe Optik bei seinem Hochegger-Engagement: "Ich bin über den Geschäftsführer Robert Moser zu dem Job gekommen. Er hat mich um Beratung ersucht. Dem komme ich jetzt nach. Ich beschäftige mich schon seit langer Zeit mit dem Thema erneuerbare Energie. Hochegger ist operativ nicht bei der Durchführung der Projekte beteiligt. Das macht das Management." (Standard, 13. August 2010)

Jetzt hat also Österreich endlich eine “Liste der Schande”, prominentest besetzt, vom Ex-Kanzler bis hin zu den Grünen, welche bisher doch sofort immer mit ihrer angeblich weißen Weste geprahlt haben. Das ist jedenfalls eine äußerst lukrative Berufssparte, die da jetzt in Österreich ans Tageslicht gekommen ist.

Bitte sehr, hier also die topaktuellen, in allen (politischen) Farben schillernden Listensteher:

Alfred Gusenbauer (Laut Hochegger waren es 100.000 Euro Jahresgehalt, der Ex-Kanzler hat jedoch angegeben, niemals für Hochegger gearbeitet zu haben)

Heinz Lederer, Ex-SPÖ-Kommunikationschef

Peter Schieder, Ex-Zentralsekretär der SPÖ

Oliver Wagner, aktueller SPÖ-Kommunikationschef (2009 ein Monat für Hochegger tätig)

Karl Blecha, SPÖ-Pensionistenchef

Stefan Hirsch, aktueller Pressesprecher von Verteidigungsminister Darabos

Kurt Gartlehner, Ex-Telekomsprecher der SPÖ


Walter Meischberger, Ex-FPÖ-Politiker

Mathias Reichhold, Ex-Verkehrsminister

Reinhart Gaugg, Ex-FPÖ-Politiker

Hubert Gorbach, Ex-Verkehrsminister (BZÖ)

Christine Lackner, Ex-Pressesprecherin im Verkehrsministerium

Von der ÖVP:

Ernst Strasser, Ex-Innenminister (100.000 Euro für Bulgarien-Auftrag)

Franz Kusin, Ex-Mitarbeiter der Telekom und Funktionär der Fraktion Christlicher Gewerkschafter (140.000 Euro im Jahr 2008)

Stefan Krenn, Ex-Mitarbeiter im Kabinett von Sportstaatssekretär Lopatka

Andreas Schneider, Ex-Mitarbeiter im ÖVP-Parlamentsklub

Reinhard Firlinger, Ex-FPÖ-Telekomsprecher

Martin Jenewein

Ingrid Krenn-Ditz, Ex-Büroleiterin im Wirtschaftsministerium* 

Von den Grünen:

Monika Langthaler, Ex-Nationalratsabgeordne der Grünen

Christian Nohel, Ex-Mitarbeiter im Parlament

Brigitte Reiter, Ex-Kandidatin für Favoritner Grüne

Lukas Schrattenthaler, Ex-Mitarbeiter im Parlament

an den restlichen Grünen könne er sich nicht erinnern..(Quelle)

*Ingrid Krenn-Ditz ist die Frau des früheren VP-Wirtschaftsministers und Ex-ÖIAG-Vorstandes Johannes Ditz,, die laut eigenen Aussagen in der Presse zwar in Hocheggers Agentur angestellt gewesen sei, aber weder für Hochegger noch für die Telekom lobbyiert hat. Außerdem sei sie niemals Parteimitglied der ÖVP gewesen.


Gusenbauer war von 1981 bis 1990 Angestellter der SPÖ, von 1990 bis 1999 war er in der Kammer für Arbeiter und Angestellte für Niederösterreich beschäftigt, von 1999 bis Ende Jänner 2000 Landesgeschäftsführer der SPÖ Niederösterreich.

Von Ende 2008 bis Ende Juni 2009 war Gusenbauer als Referatsleiter für Europafragen der niederösterreichischen Kammer für Arbeiter und Angestellte tätig.[7][8][9]

Weiters ist er geschäftsführender Alleingesellschafter der Gusenbauer Projektentwicklung & Beteiligung GmbH. Die Firma wurde am 12. Oktober 2008 errichtet und am 21. November 2008 als Specht Projektentwicklung & Beteiligung GmbH unter Dr. Leopold Specht, Rechtsanwalt in Wien, ins Firmenbuch eingetragen. Specht - laut Wiener Zeitung engster Vertrauter von Jelena Nikolajewna Baturina, der Ehefrau von Juri Michailowitsch Luschkow [10] - ist auch politisch aktiv und unter anderem im Aufsichtsrat der Österreichische Bundesbahnen-Holding Aktiengesellschaft und der Austro Control Österreichische Gesellschaft für Zivilluftfahrt mit beschränkter Haftung sowie im Vorstand zweier Stiftungen und Gesellschafter mehrerer GmbHs und in mehreren Gesellschaften Geschäftsführer.[11] Gusenbauer hat die Gesellschaft mittels Übertragungsvertrag vom 12. Dezember 2008 übernommen und hält 100% der Anteile mit der eingezahlten Mindesteinlage von € 35.000,00.[12]

Seit Sommer 2009 ist Gusenbauer in beratender Funktion als Osteuropa-Experte für die WAZ-Mediengruppe (u.a. Beteiligungen an "Krone", "Kurier") tätig. [13]

Vom 31. Juli 2009 bis 1. Mai 2010 saß Gusenbauer im Aufsichtsrat der Alpine Holding GmbH [14] und übernahm im Juli 2010 den Aufsichtsratsvorsitz des Konkurrenzunternehmens, dem Baukonzern STRABAG SE. [15] Gusenbauer ist ebenfalls Vorsitzender der Haselsteiner-Familienstiftung.[16]

Weiters sitzt Alfred Gusenbauer seit 17. September 2009 im Aufsichtsrat der SIGNA-RECAP Holding AG [17] des österreichischen Immobilieninvestors René Benko.[18]

Im Juni 2010 wurde er weiters in das Board of Directors des kanadischen Bergbaukonzerns Gabriel Resources berufen,[19] einem Unternehmen, dass zu 80,46 % an dem umstrittenen Rosia Montana Gold-Projekt [20][21][22] in Rumänien beteiligt ist.

Im Herbst 2009 übernahm Gusenbauer einen Posten als Europa-Direktor des chilenischen Investmentfonds Equitas European Funds (Immobilien, Informationstechnologie, Umwelttechnik und Agrarindustrie), einer Tochter der FondsgesellschaftEquitas Capital SpA mit Sitz in Santiago de Chile. [23][24] Laut

Seit Kasachstan Anfang 2010 den OSZE-Vorsitz übernommen hat berät Gusenbauer den kasachischen Präsidenten Nursultan Nasarbajew.[25]

Im Frühjahr 2011 machte der Immobilienunternehmer Axel Mader seinen langjährigen Freund Gusenbauer zum vorsitzenden Stiftungsvorstand der Wartenfels Privatstiftung. [26]

Seit 31. Mai 2011 ist Alfred Gusenbauer Miteigentümer der gegründeten Cudos Advisors GmbH [27], einem Unternehmen, über welches Investitionskapital aufgebracht werden soll. Beteiligt an der Cudos Group, mit jeweils 25% Prozent der Anteile, sind sein langjähriger Anwalt Leopold Specht, der Finanzmann Alon Shklarek, Eigentümer der Investment- und Beratungsgruppe ASP Holding[28] und der IT-Fachmann Andreas Frech.

Im November 2011 bis Januar 2012 hält Alfred Gusenbauer als Gastprofessor mehrere Vorlesungen zum Thema "Die Realpolitik der EU-Institutionen im politikwissenschaftlichen Fokus" an der Universität Innsbruck. [29]  (Wikipedia)

 

Das sind ganze 16 –in Worten sechzehn-  Berufsumgestaltungen, Neuorientierungen, Firmengründungen oder Übernahmen seit Beendigung des einzig wahrenTraumberufes Bundeskanzler von Österreich.

Nein, Lieber Alfred,ich glaube, ich habe mich nicht verzählt; denn Wikipedia hat auf Deine Lehrtätigkeit an der amerikanischen Brown University vergessen und gerade noch letzte Woche ließest Du mit einem erneuten Joint venture aufhorchen. (hier, und hier) und last, but wahrscheinlich not least, bist Du jetzt also auch noch etablierter Listensteher.

Wie gesagt, Lieber Gusi,daß Du bei all diesen permanenten Veränderungen schon einmal die Chefs verwechselst oder nicht mehr erkennst, kann Dir niemand vorwerfen. Der Jüngste bist Du schließlich auch nicht mehr und man kann nur hoffen, daß Du irgendwann endlich wieder zur Ruhe kommst.

Bitte leiser treten, Lieber Alfi, denn gesund kann das nicht sein, was Du da so alles treibst und Österreich möchte Dich doch so in Erinnerung behalten wie Du leibtest und lebtest, als Du noch uns Steuerzahlern gedient hast.

Von der Sandkiste ins Kanzleramt


1 Kommentar:

  1. Alter Schwede! Der hat aber auch ein gewinnendes Lächeln. Den muss man einfach einstellen!!!
    Ich brech ab

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