Freitag, 20. Januar 2012

Eine Episode aus dem Arabischen Frühling

 

 

…..Dort [im Dorf el-Ibrahimiya, in der Diözese Shubra el Kheima nördlich von Kairo] war mit Genehmigung der Behörden eine neue Kirche errichtet worden, die, festlich geschmückt, an diesem hohen Feiertag von ihrem Bischof mit einer Festmesse eingeweiht werden sollte. Während einige hundert Gläubige morgens auf die Ankunft ihres Bischofs Markos warteten, tauchte plötzlich eine mit Schlagstöcken und Eisenstangen bewaffnete Gruppe radikalislamischer Salafisten auf. Sie prügelten sich ihren Weg frei, um in die Kirche einzudringen und das Gotteshaus zu verwüsten. Als die unbewaffneten Kopten die Polizei riefen, schickte diese zwar einen Streifenwagen, doch die Ordnungshüter schauten nur zu, statt dem Vandalismus ein Ende zu setzen. Stattdessen forderten jetzt die Angreifer von den Kopten, die Genehmigung für den Bau der Kirche vorzulegen. Weil man ihnen nicht glaubte, dass alles rechtens war, zitierten sie den Bürgermeister herbei, der tatsächlich ebenfalls nach einiger Zeit eintraf. Doch statt die koptische Minderheit zu schützen, stellte er fest: „Ein schöner, solider Bau. Der eignet sich gut als Moschee oder als Krankenhaus“. Seitdem wird den Berichten zufolge in den 25 Moscheen des Dorfes zum Sturm auf die Kirche aufgerufen. Zeitgleich strömten junge Kopten in ihr neues Gotteshaus, um zu beten und es, so wörtlich, „notfalls mit ihrem Blut zu beschützen“. (Quelle)

Die Partei der Muslimbrüder "Freiheit und Gerechtigkeit"  hat laut dieser Quelle 46 Prozent der Stimmen und mindestens 498 Mandate errungen. Die radikal-islamischen Salafisten gehen mit 25 Prozent der Stimmen als zweitstärkste Kraft aus der Wahl hervor, obwohl sie in der politischen Landschaft Ägyptens eine neue Kraft darstellen. Die Partei des Lichts, so nennt sich die Salafisten-Partei, gibt es erst seit einem halben Jahr.

Die liberalen Facebook Revoluzzer liegen weit abgeschlagen unter “ferner liefen” und dementsprechend sieht die Lage im Land aus.

Und weil der ägyptische Journalist und ORF Korrespondent einfach nicht glaubt,

daß  sich die moderaten Muslimbrüder mit den radikalen Islamisten von der Partei des Lichts zusammentun werden: "Beide Parteien haben sehr unterschiedliche Vorstellungen darüber, wie Politik und Islam zusammenkommen sollen. (Quelle)

ist also alles in bester Ordnung.

Wir Europäer lassen uns die rosa Träume über den Arabischen Frühling jedenfalls nicht von ein paar engstirnigen Kopten vermiesen, gell?


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