Freitag, 20. Januar 2012

Der erste von 100 ging (un)freiwillig

 

Der ganz große Alexander..2970 Mitarbeiter soll der ORF 2012 zählen, rund hundert weniger als jetzt, zählt Wrabetz. 596 Millionen aus Programmentgelt inklusive 30 Millionen aus der Gebührenrefundierung werden erwartet. Für das Programmbudget veranschlagt der ORF 2012 493 Millionen (2011: 485 Millionen). Insgesamt sieht der Finanzplan 2012 für den Gesamtkonzern ein positives Betriebsergebnis von 3,5 Millionen vor.. Printausgabe Standard vom 17.11. 2011

 

So sprach der ganz große Alexander Wrabetz im Herbst und hat uns im Dezember gezeigt, wie Postenabbau im ORF am besten funktioniert. Da wurden vor Weihnachten geschwind drei Posten geschaffen (klick), der ganz große Alexander gibt auch gleich bekannt, wer den Posten erhalten wird, nämlich der kleine Niko, und der gerechtfertigte Sturm der Entrüstung beginnt zu toben. So weit so typisch und doch irgendwie erstaunlich.

Weiß man doch, daß der ORF seit gefühlten Jahrhunderten, mit einer kurzen Unterbrechung im ersten Jahrzehnt des dritten Jahrtausends, ohnehin immer von den Sozialdemokraten dominiert, gelenkt und dank vieler, vieler aufrechter Redakteure ohnehin in die gewünschte Richtung marschiert ist. Noch nie wurde im ORF ein Posten auf Grund von Fähigkeiten sondern immer im öffentlich roten Interesse besetzt. Und oftmals fanden diese Besetzungen auch innerhalb enger familiärer Bande statt. Man erinnere sich einmal an die Postenvergabe an Fritz Dittlbacher, vermählt mit einer gewissen Lou Lorenz-Dittlbacher (arbeitend ebendort). Beide, laut ihrer Biographie, Vorzeigekarrieren der sozialdemokratischen Postenbesetzungspraxis in Österreich.

..Das eindeutige Votum der Redakteursversammlung der Fernsehinformation für Dittlbacher sei ein "klares Signal, dass mit seiner Bestellung auch nach Meinung der Redaktion der Weg der Unabhängigkeit und Professionalität des Journalismus im ORF-Fernsehen konsequent fortgesetzt wird", so Wrabetz weiter. Dittlbacher ist seit 1999 Chefreporter und stellvertretender Innenpolitikchef der "Zeit im Bild". Er galt zuletzt als haushoher Favorit für die Nachfolge von Karl Amon und als kolportierter SPÖ-Wunsch für den Posten… (Die Presse vom 20.10. 2010)

Der kleine Niko

 

Es scheint für Wrabetz und seine Befehlsgeber aus der Löwelstraße somit also ganz logisch gewesen zu sein, daß die Schaffung und Besetzung eines Postens für Niko Pelinka ein “gmahdes Wiesl” (ein bestellter Acker) sein dürfte. Das darauf folgende organisierte Aufbegehren der Redakteure und die gepflegte Empörung über die Aktion traf die beiden Hauptdarsteller der Aktion sichtlich überraschend und wenn man genau darüber nachdenkt, ist das eigentlich Erstaunliche an der Geschichte um den kleinen Niko Pelinka, daß diesmal eine ganze Schwadron aus dem Lager der Sozialdemokraten gegen zwei aus ihren eigenen Reihen(!) aufbegehrt hat.

Wie es scheint, beginnt der vielberüchtigte Kadavergehorsam innerhalb der SPÖ zu bröckeln, oder was war da jetzt wirklich los?

 

 

 


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