Samstag, 8. Oktober 2011

Papandreou und eine “verschwundene” Liste



Mittlerweile ist es ja endlich erlaubt, über die nicht abwendbare Pleite Griechenlands zu sprechen, auch wenn ein paar Dumpfbacken immer noch meinen, durch Aufsetzen ernster Mienen und Abspulen einschlägiger Statements könne man dieses Faktum wenn schon nicht wegreden, dann doch zumindest schönreden.
Im heutigen Ö1- Morgenjournal sprach Stefan Manos, ehemaliger konservativer Finanzminister Griechenlands (Anfang der 90-iger Jahre), im Interview mit Ernst Gelegs eine sehr interessante Geschichte an:
 Laut Bericht eines privaten griechischen Fernsehsenders soll Premierminister Papandreou vor einigen Monaten vom Vizefinanzminister eine Liste von 3.800 Steuersündern bekommen haben. Jeder einzelne auf dieser Liste soll eine Steuerschuld von mindestens einer Million Euro haben. Papandreou soll laut dem Bericht gesagt haben, dass er zu einem späteren Zeitpunkt darüber sprechen wolle, kurze Zeit später hat er den Vizefinanzminister entlassen. Die Liste soll laut TV-Bericht verschwunden sein.(Quelle)
Damit wird wohl diese Aktion gemeint sein:
…17. Juni 2011
Der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou bildet sein Kabinett um. Finanzminister Papakonstantonou wird abgelöst. Er war bei den internationalen Institutionen anerkannt, gerade bei den Verhandlungen um die Sparpakete genoss er großen Respekt. Doch bei der griechischen Bevölkerung war er mehr und mehr unpopulär. An seine Stelle tritt Evangelos Veniselos, der gleichzeitig Vizeministerpräsident wird. Die Umbildung der Regierung war wegen der umstrittenen Sparmaßnahmen nötig geworden.(Quelle)
Es ist absolut logisch, daß ein Finanzminister, welcher eine Liste von 3.800 Steuersündern in Händen hält, nicht nur den 3.800 Personen, die es auf diese Liste geschafft haben, unsympathisch ist. Mit dieser Liste hat er sich offensichtlich sein politisches Grab geschaufelt und war somit absolut nicht mehr tragbar. Seine zunehmende Unpopularität war ein ganz normaler politischer Schachzug.
Interessant wäre es nun, ob sich Herr Papandreou die Liste aufgehoben oder sich damit eine dicke Zigarre angezündet hat. Ebenso spannend ist, warum der damalige Minister so dumm war, sich nicht eine Kopie dieser Liste “für alle Fälle” einzubehalten und ob es nicht sogar äußerst wahrscheinlich ist, daß diese 3800 Steuerhinterzieher lediglich die Spitze des Eisbergs sind? Wie kann so eine Liste überhaupt einfach “verschwinden”?
Wie man sieht, ist unser Geld in Griechenland wirklich erstklassig angelegt und Frau Fekter hat ja garantiert, daß uns die Griechenlandhilfe “keinen Cent” kostet. Stimmt, sie kostet uns lediglich Millionen über Millionen Euronen, denn es wäre rechnerisch zu aufwendig, hier in Cent zu kalkulieren – da bräuchte man viel zu viele Nullen und wie könnte man die so einfach verschwinden lassen?

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