Freitag, 9. September 2011

Seniorengottesdienst als Therapie für Schüller &Co?

 

In regelmäßigen Abständen besuche ich den Seniorengottesdienst in einem Altenheim. 
Neben dem Vorteil einer gut geheizten Kirche während der kalten Jahreszeit, hat sich  gezeigt, daß das Feiern einer Messe mit betagten Menschen eine sehr lehrreiche Erfahrung birgt.

Viele der mitfeiernden Gottesdienstbesucher werden von ihren Pflegern auf Rollstühlen hereingefahren, sind geistig aber noch ganz fit; aber auch die umgekehrte Variante, körperlich fit, jedoch geistig nicht mehr so ganz auf der Höhe ist vertreten. Oftmals ergeben sich während der Messe kuriose Szenen, sodaß man meint, doch eher in einem Kindergottesdienst gelandet zu sein, wenn etwa eine äußerst unruhige Dame schon nach der Lesung lautstark verkündet: "Ich geh' jetzt", und anschließend mit Händeschütteln aus der Kirche entschwindet, um spätestens bei den Fürbitten wieder in der Kirche zu erscheinen, oder wenn eine andere resolute Meßteilnehmerin kurzerhand dem verdutzten Pfarrer das Gotteslob entreißt, mit kräftiger Stimme anmerkt, " geben Sie mir das Buch, ich brauche das" und dann zufrieden wieder in der ersten Reihe Platz nimmt.

Doch wer sollte, bzw. dürfte die alten Leutchen maßregeln? Die paar "Externen" oder die bewundernswert ruhige und freundliche Pfarrmitarbeiterin, die sich als Mesnerin, Lektorin und Kantorin während der Messe verdient macht, oder gar der Priester, der stets ruhig und besonnen bleibt?
Nein, es ist nicht notwendig, hier für "Ordnung" zu sorgen. Diese Menschen sind ein Blick in unser aller Zukunft und ein Blick auf das, worauf wir uns rückbesinnen sollten.
In dieser Messe interessiert es niemanden, ob die deutsche Bischofskonferenz in einem Stuhlkreis innovativ und fortschrittlich war, ob der Selbstdarsteller Schüller ein Interview im Standard gegeben hat, oder der Querulant Hurka und der Alt-68-iger Kohlmaier Protestnoten und Pamphlete wortgewandt und mediengerecht unters (Kirchen-)Volk gestreut haben.
 
Dank dieser Seniorenmessen habe ich erfahren, wie wichtig es ist, daß am Altar ein Priester steht, der Halt und Sicherheit gibt, indem er die Messe ohne Schnick Schnack zelebriert, so wie es die alten Menschen von jeher gewohnt sind.

Es nützt nichts, wenn ein Priester seine eigene, selbstgefällige Interpretation des Konzils oder einer WISIKI-Protestbewegung zum Ausdruck bringt. Wichtig ist, daß alles, was ich im Lauf meines Lebens gelernt habe und woran ich mich (noch) erinnern kann, auch dann immer noch Gültigkeit hat,  wenn ich selbst schon ein wenig neben der Spur bin; denn eines ist klar und deutlich erkennbar bei diesen Gottesdiensten:
Die alten, mehr oder weniger verwirrten Menschen kennen den  liturgischen Ablauf der Messe noch ganz genau. Sie  wissen, wann Kyrie, Sanctus oder Vater unser zu beten ist.  Feste Strukturen und gewohnte Rituale, ein Leben lang erworben und zu  unverrückbaren Erkenntnissen geworden, sind es, die uns prägen und bis ins hohe Alter Halt geben, auch im Glauben.

Die röm. katholische Kirche ist es mir einfachem Schäfchen quasi "schuldig", mich von Anfang an sicher auf meinem Weg durch das Leben zu führen, und mich nicht für Zeitgeist und Nachgiebigkeit, gegenüber wem auch immer, in einem hoffnungsloses Gewirr an Sackgassen und Einbahnen, alleine und verirrt zurück zu lassen, nur weil sie es verabsäumt hat, ein paar ihrer Hirten, welche permanent mit ihren eigenen Befindlichkeitsstörungen beschäftigt sind, nicht in die Schranken zu weisen. 

Priester à la Schüller & Co. werden sich aller Wahrscheinlichkeit nach nicht dazu herablassen, regelmäßig in einem Seniorenheim Eucharistie zu feiern. Sie werden eher viel beachtete Pressekonferenzen und Interviews geben und auf Society Events auftreten.

Darum verlange ich, das einfache Schäfchen, daß man sich mehr um die gehorsamen Priester kümmert und sie unterstützt, sowie ihnen weiter Mut macht, in ihrem Bestreben, den Glauben zu leben und an die Schäfchen weiterzugeben.

Die Modepriester und Pressepfarrer müssen endlich zur Vernunft gebracht werden und gelingt dies nicht, so schickt sie in die Wüste, wo sie sich 40 Tage nicht von einem Priestergehalt, sondern von Heuschrecken ernähren können.

Diejenigen, die sich wieder besinnen, werden sicher wie die sprichwörtlich verirrten Schäfchen mit Freude in der großen Herde empfangen werden. Jene aber, denen es bei den Heuschrecken in der Wüste gefällt, kann wahrscheinlich nicht geholfen werden und sie würden auf Dauer nur der restlichen Herde schaden.


1 Kommentar:

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