Sonntag, 18. September 2011

Gab es in der Türkei ein Wunder?


bei meinen Erkundungsflügen im web stieß ich über Kybeline auf einen Artikel von Israel News.
…The budget deficit of the collapsing Greece compared to its GDP stands at some 10%, and the world is alarmed. At the same time, Turkey’s deficit is at 9.5%, yet some members of the financial media describe the Turkish economy as a success story (for comparison’s sake, Israel’s deficit stands at some 3% and is expected to decline to 2% this year.)
….Moreover, Turkey’s unemployment rate is 13% and the local currency continues to plummet vis-à-vis the dollar – it reached its lowest levels since the 2009 global crisis. With a weak currency and with a stock exchange that lost some 40% of its value in dollars in the last six months, Erdogan wants to be the Middle East’s ruler?(Israel News)
Das klingt schon sehr interessant und weil ich von Natur aus sehr neugierig bin, flog ich noch eine Weile weiter und fand dann einen Artikel auf Welt von Rudi Dornbusch aus dem Jahr 2001:
…..Die Staatsverschuldung der Türkei ist im Grunde nicht bezahlbar. Weder die G-7-Staaten noch der IWF oder die Weltbank, werden zahlen wollen. Für die Türkei gibt es zwei Möglichkeiten, um die Schulden loszuwerden. Erstens könnten die Schulden durch eine Inflation beseitigt werden. Natürlich wären die sozialen Konsequenzen traumatisch; man denke in diesem Zusammenhang an die zwanziger Jahre in Europa. Eine weitere Alternative wäre es für die Regierung, die staatlichen Schulden abzuschreiben, wobei die Gläubiger das Nachsehen hätten. Politisch gesehen wäre das besonnener - und aus diesem Grunde ist es vorerst sehr unwahrscheinlich(zum vollständigen Artikel hier)
Also: Es mag schon sein, daß ich vor meiner Bloggerzeit, als ich noch wichtig und geschäftig war, so manches nicht registriert habe. Aber sollte es wirklich vollkommen unbemerkt an mir vorübergegangen sein, daß irgendwann zwischen 2001 und 2011  in der Türkei ein WUNDER geschehen ist?
Wie sonst ist es zu erklären, daß ein Land, welches im Jahr 2001 bereits vor dem Staatsbankrott stand,  jetzt im Jahr 2011 eine faktisch gleich hohe Verschuldungsrate wie Griechenland aufweist,  Börsenverluste von 40% notiert ,  dessen Führer sich im Rest der Welt als großer Zampano präsentiert …. , daß also dieses Land als ernstzunehmender Aufnahmekandidat für die Europäische Union gehandelt wird?




1 Kommentar:

  1. Na, Wunder kann's immer geben! Denken Sie an das Wunder, daß eine vor dem Ruin stehende SPÖ dank der genialen Führerschaft Gusenbauers ein paar Jahre später praktisch schuldenfrei war (wurde uns wenigstens gesagt ...). Daß das mit der BAWAG-Pleite koinzidierte, wo ein paar hundert Mio Euronen ungeklärt versickerten, ist sicherlich reiner Zufall gewesen.

    So ist es auch bei der Türkei reiner Zufall, daß ihre Wirtschaftsbilanz von den üppigen Zuschüssen und Infrastruktursubventionen aus Brüssel profitiert. In Wahrheit brauchen die das doch bei ihrer sprichwörtlichen Genialität und nie gesehenen Arbeitsamkeit garnicht ...

    Hony soit, qui ...

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