Dienstag, 16. August 2011

Kein Ansturm auf die First Love Ambulanzen

 

 first love

Der ORF nahm sich heute im Ö1 Morgenjournal wieder einmal dieses wichtigen Themas an und brachte quasi eine “Werbeeinschaltung” für die First Love Ambulanz” der Gebietskrankenkassen, wie bereits im Juli des Jahres. Der Andrang zur Ambulanz hält sich zum Erstaunen der Betreiber in Grenzen.

Vielleicht liegt es ja daran, daß man als Jugendlicher heutzutage vom zarten Kindesalter an permanent und durch sein ganzes Umfeld mit Sexualität belästigt wird und diesem Thema überhaupt nicht mehr ausweichen kann und nicht daran, daß Jugendliche “immer noch Hemmungen haben”, zu diesem Thema Fragen zu stellen. Manchmal habe ich den Verdacht, daß bestimmte Gruppen der Gesellschaft schier enttäuscht sind, daß Kinder nicht ständig mit Erwachsenen über Sex sprechen wollen. Hinzu kommt die Tatsache, daß über das Internet der Konsum von Pornos unter den meisten männlichen Jugendlichen zum Alltag geworden ist und Sexualität ohnehin nur noch als sportliche Disziplin mit hohem Spaßfaktor angesehen wird. Alexander Dürer, Urologe der Ambulanz, bestätigt außerdem einen starken Anstieg von Geschlechtskrankheiten unter Jugendlichen. Dies scheint nun meines Erachtens auch eher für weniger als für mehr “Hemmungen” zu sprechen.

Im Internetportal der First Love Ambulanz finden sich hoch interessante Themen mit denen man die Jugendlichen konfrontiert. Auch Folgendes:

Schwangerschaftsabbruch

Wenn du glaubst, dass du schwanger sein könntest, ist es wichtig, dass du sobald wie möglich eine Frauenärztin aufsuchst, um die Schwangerschaft feststellen zu lassen. Sag am Telefon worum es geht und dass du rasch einen Termin haben willst. Viele Beratungsstellen aber auch das Jugendamt können dich unterstützen, wenn du dir im Unklaren bist, ob du Mutter werden willst oder nicht. Vor deiner Entscheidung solltest du dir überlegen:

  • Wie verändert sich meine/unsere Lebenssituation durch ein Kind? Was wird mit meiner/unserer Ausbildung?
  • Wo werden wir wohnen?
  • Wo könnte/n ich/wir Hilfe und Unterstützung bekommen (Eltern, Eltern des Freundes, Beratungsstellen, Jugendamt...)
  • Kann ich mir/können wir uns vorstellen, für jemanden 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr, viele Jahre lang verantwortlich zu sein?
  • Würde ich das Kind auch bekommen wollen, wenn mein Freund sich von mir trennt?
  • Wie viel Abhängigkeit zu meinen/unseren Eltern (oder anderen Personen) kann ich mir/können wir uns vorstellen?
  • Was würde ein Kind für unsere Beziehung bedeuten - was würde sich verändern?(Quelle)

Soweit die “wichtigen” Fragen, die sich Kinder/Jugendliche laut Vorstellung der First Love Ambulanz- Betreiber stellen sollen, wenn sie “ungewollt” schwanger geworden sind. Es sind Suggestivfragen, wie sie nicht besser formuliert werden könnten. Hier wird lediglich auf die eigene, möglicherweise zum Nachteil(!) veränderte Lebenssituation eingegangen. Die beabsichtigte Tötung eines Kindes wird  “umschrieben” (bekommen oder nicht bekommen) und ein Kind ausschließlich in Zusammenhang mit negativen Aspekten gesehen:

Durch das” Bekommen” des Kindes wird also die Ausbildung verhindert, man kann nirgendwo wohnen, man muß viele Jahre Rücksicht auf das Kind nehmen, man gerät in Abhängigkeit zu Eltern oder anderen Personen und womöglich geht auch noch die Beziehung in die Brüche.

Fazit dieser eindringlichen “Hilfestellung”: Es gibt kein größeres persönliches Unglück, als ein Kind zu bekommen. Ein Kind ist nichts worauf man sich wirklich freuen kann, sondern lediglich eine Belastung, welche die eigenen persönlichen Interessen behindert.

Wie wäre es denn generell mit einer einzigen Frage bereits vor dem ersten Mal:

“Bin ich überhaupt schon in der Lage eine mögliche Schwangerschaft in Betracht zu ziehen und dadurch neues Leben zu schaffen?”


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