Donnerstag, 18. August 2011

Die Türkei – “geschlechtsreif” und EU-reif

 

…Im Osten und Südosten der Türkei blüht einem Zeitungsbericht zufolge ein illegaler Handel mit sogenannten Kinderbräuten. Mädchen würden von ihren Familien für Summen von umgerechnet 400 bis 2000 Euro an Heiratswillige verkauft, berichtete die Zeitung „Cumhuriyet“.(Quelle)

Während in unseren Breiten zur Zeit gepflegte Empörung über einen gewissen Herrn von Boetticher und sein 16-jähriges Liebchen herrscht, kann man davon ausgehen, daß in einem großen Land, mit einem immer größer werdendem Führer, laut Medienberichten zufolge mindestens 7% der Mädchen von ihren Eltern zwangsverheiratet und verschachert werden.

Die bei diesem Thema nicht stattfindende Empörung mag darauf begründet sein, daß sich dies in einem fernen Land abspielt. Man nimmt nicht zur Kenntnis, daß mittlerweile regelrechte Heerscharen dieses Landes in Europa ansässig und relativ rasch eingebürgert wurden. Man ignoriert bereitwillig, daß diese Bereicherer europäischer Kultur – was auch immer das sein soll – ihre Gepflogenheiten bei uns als Menschenrecht wahrnehmen und man schaut geflissentlich weg, wenn junge Mädchen/Kinder ebensolchen traditionellen Eigenheiten zum Opfer fallen, indem sie kaltblütig von ihren Vätern oder Brüdern ehrenhalber ermordet werden (siehe hier).

Jetzt sollte man sich aber vielleicht doch einmal mit diesem Land und dessen Absichten, in die EU aufgenommen zu werden, ernsthaft auseinandersetzen. Der große Führer der Türkei, der in regelmäßigen Abständen seine umjubelten Gastauftritte in Deutschland abhält,  hatte unlängst die ganze Militärführung seines Landes kaltgestellt.  Er leugnet standhaft den Genozid an den Armeniern und in diesem wunderbaren Land gibt es allen Ernstes den Strafbestand Beleidigung des Türkentums. Die Partei des großen Führers mit dem Bärtchen hat mittlerweile die absolute Macht in dem 74,8 Millionen Einwohner zählendem Staat erreicht, und der Führer agiert und regiert dementsprechend. Pressefreiheit und freie Meinungsäußerung in der Türkei sind seiner Meinung nach wahrscheinlich unter der Sparte “Absonderlichkeiten der Demokratie” einzuordnen. Führer Erdogans “Demokratisierungsmaßnahmen” dienen wohl eher auch nur dazu, seine Macht zu stärken. Sobald ein Führer die absolute Mehrheit erreicht hat, bedarf es der lästigen Demokratie nicht mehr.

Während sich in der EU die verschiedenen politischen Parteien in etwa gleichmäßig aufteilen, gewinnt in der Türkei eine einzige Partei mehr und mehr. Das ist schon eine äußerst merkwürdige Entwicklung in einem angeblich demokratisierten Land, welches mir angesichts von solchen Berichten über Zwangsverheiratungen  eher “geschlechtsreif” als EU-reif erscheint.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Schreiben Sie ruhig einen Kommentar, aber bleiben Sie höflich und sachlich.

 Spamer und Trolle werden umgehend in den Wald zurückgeschickt.

Kommentare zu Posts, welche länger als 7 Tage zurückliegen
oder größer als 700 Wörter sind, werden aus organisatorischen Gründen
nicht veröffentlicht.