Freitag, 12. August 2011

Das Böse ist immer und überall!

 

…sang einst die EAV und so unrecht hat sie eigentlich gar nicht, wenn man die letzten Tage revue passieren läßt.

Das Böse. Darf es in unseren Zeiten so etwas überhaupt noch geben, daß etwas oder jemand aus sich heraus einfach böse, bösartig oder schlecht ist? Seit einigen Jahren neigen wir ja dazu, Böses wegzuleugnen und es zumindest erklären oder schönreden zu wollen.

Das Gute kann nur definiert werden, wenn man auch das Böse benennen kann und akzeptiert, daß es existiert. Und es existiert eben manchmal auch einfach so, ohne Grund, ohne Notwendigkeit und es handelt dementsprechend. Ich glaube nicht daran, daß menschliches Handeln lediglich ein Produkt des jeweiligen, sozialen Umfelds sein soll. Ein schlechtes soziales Umfeld begünstigt eventuell bösartiges Verhalten, aber es verursacht es nicht. Wenn dem so wäre, dann dürfte es in sozial besser gestellten Gesellschaftsschichten weder Diebstahl, Mord noch Totschlag geben.

Wenn ich mir ansehe, was in England passiert ist, so glaube ich nicht, daß es sich um eine Folge sozialer Mißstände handelt. Wie man weiß, organisierten sich die jugendlichen Randalierer über ihre Blackberries und wie man auf den diversen, teils privaten aber auch öffentlichen Videos beobachten kann, haben diese Menschen sichtlich Spaß(!) daran, Auslagen einzutreten, Feuer zu legen, zu plündern und sogar Verletzte auszurauben. Sie haben Spaß an Verhaltensmustern, die anderen Menschen Schaden zufügen, nicht nur an Hab und Gut, sondern auch an Leib und Seele. Randale und Brutalität sind eine Sprache, welche diese Menschen spontan und ohne jede Hemmung sprechen und sie haben sichtlich keinerlei Unrechtsempfinden dabei. Wie auch, erklären wir ihnen doch, daß der Rest der Gesellschaft sie zu diesem Treiben genötigt hätte. Wie praktisch, für beide Seiten. Wir müssen uns nicht damit auseinandersetzen, daß wir noch immer nicht wissen, wieso es Böses gibt und die Krawallisierer haben eine frei Haus gelieferte Rechtfertigung.

Selbst wenn man davon ausgeht, daß ein Gutteil der Randalierer “lediglich” Mitläufer sind, ihre Bereitschaft gegen das Gesetz zu verstoßen und in Kauf zu nehmen, andere Menschen zu verletzen, ist beängstigend. Diese Bereitschaft ist die Ursache der Krawalle und Plünderungen. Es sind  bewußt “böse” Aktionen, zu denen niemand gedrängt werden mußte. Wie sonst ließen sich beispielsweise die “Touristenkrawalle” in Spanien erklären, wo der Auslöser eine geschlossene Disco war, und sich Jugendliche mit der Polizei regelrechte Straßenschlachten lieferten, spontan und aus einem rein subjektivem Mißempfinden heraus.

Das Böse ist immer und überall. Wir sollten uns dessen bewußt sein. Wir können und dürfen es nicht dauernd schönreden, verleugnen oder die Schuld bei anderen suchen. Es schlummert in uns. Bei manchen Menschen schläft es tief und fest, doch bei einigen döst es nur und wird leicht munter. Bei jeder sich bietenden Gelegenheit.


1 Kommentar:

  1. Obwohl ich grundsätzlich zustimmen würde, muß ich in einem Punkt widersprechen:

    "Das Gute kann nur definiert werden, wenn man auch das Böse benennen kann und akzeptiert, daß es existiert. Und es existiert eben manchmal auch einfach so, ohne Grund, ohne Notwendigkeit und es handelt dementsprechend."

    Wenn das Böse ohne Notwendigkeit existiert (bzw. existieren kann), dann kann es nicht nötig sein, um das Gute zu definieren, denn dann wäre das Böse immer notwendig (dann gäbe es nämlich nichts Gutes ohne das vorauszusetzende Böse).

    Andersrum wird ein Schuh draus: Das Böse ist immer nicht notwendig, und es setzt vielmehr das Gute voraus. Oder theologisch gesagt: Allein Gott ist gut, und alles, was er geschaffen hat, ist so, wie er es geschaffen hat (also ohne Einfluß des Sündenfalls etc.), gut. Das Böse kommt erst durch den Abfall von Gott (= dem Guten) in die Welt.

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