Samstag, 16. Juli 2011

Wer begehrt Einlaß?

 

Sarg Otto von Habsburg

Heute findet in Wien das Begräbnis von Otto von Habsburg statt. Viele Wiener werden daran teilhaben.

Der ehemals “typische Wiener” fand ja immer Gefallen an dem, was man in Wien “a scheene Leich" nennt. Ich schreibe bewußt “ehemals” typischer Wiener; denn Dank der großzügigen Staatsbürgerschaftsvergabe der vergangenen Jahre fühlt sich der Wiener, bzw. der eingewienerte Türke in Österreich ja nicht mehr “daheim”. Nachzulesen bei Le Penseur.

Vielleicht ist das mit ein Grund, warum einige plötzlich ökonomische und moralische Bedenken wegen des Habsburg-Begräbnisses bekommen. Da stoßen beispielsweise der Grünin Glawischnig oder auch dem Politologen Emmerich Talos die Feierlichkeiten sauer auf. Im Ö1-Interview meint der Historiker und Habsburg Experte Karl Vocelka sogar: 

“… die Beisetzung sei mit jener der letzten Kaiserin Zita 1989 vergleichbar, allerdings sei sie eine ehemalige regierende Kaiserin gewesen. Vocelka meint, die Zeremonie sei nicht angemessen, denn sie hätte den Charakter eines Staatsbegräbnisses. Generell kritisiert er die fehlende kritische Auseinandersetzung mit der Monarchie. 

Von kolportierten 50.00 Euronen ist die Rede und dies sei dem österreichischen Steuerzahler angeblich nicht zumutbar.

Wenn ich mir überlege, wofür der leidgeprüfte, österreichische Steuerzahler jahraus jahrein ein Vielfaches an Kosten zu berappen hat, dann fällt dieses Begräbnis mit Sicherheit  in die Sparte “Peanuts” der staatlichen Zwangsspendenzuschüsse.

Schon allein die Tatsache, daß man mit schätzungsweise lediglich zehn “verstudiengebührten Studenten” die angeblichen Unkosten der Feierlichkeiten decken könnte, weckt bei mir Unmut in Richtung jener, die da meinen, sich über die letzte Reise des Otto von Habsburg mokieren zu müssen.

Wenn ich mir die unsäglich vielen Empfänge und Veranstaltungen vor Augen halte, auf denen Wiens wandelnder Weinheber und Parade-Leistungsträger Michael Häupl vor sich hinlallt, oder die Tatsache, daß wir mit jedem direkt gewählten UHBP einen vollkommen nutzlosen Staatsparasiten in der Hofburg residieren lassen, wird mir immer mehr die Unangemessenheit dieser Kritik(er) bewußt.

Also bitte, was ist das wahre Problem?

Es ist wohl eher so, daß auf Grund der medialen Aufmerksamkeit, die Otto von Habsburg durch die mit regem Interesse verfolgten Begräbnisfeierlichkeiten auf sich zieht,  einige unserer bestens bezahlten Demokratiemaden Angst haben, selbst in einen Beobachtungsstatus zu geraten. Dabei könnte so mancher Funktionär und Dauerdampfplauderer in seiner Existenzberechtigung hinterfragt werden.


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