Mittwoch, 27. Juli 2011

Neue alte Hüte aus der Wiener Hofburg


Fischers Einkommensschere
In der ZiB 2 vom 26.07. 2011 wurde gestern abend ein Interview mit UHBP Heinz Fischer, (der aktuelle, demokratisch gewählte Einlieger aus der Hofburg) gesendet.
Man konnte sich davon überzeugen, daß auch ein Sozialdemokrat auf den Stühlen der Habsburger zu sitzen versteht, und auf die Interviefrage warum die Sozialdemokraten nunmehr doch ein entspannteres Verhältnis zu den Habsburgern gewonnen hätten, konnte die vor den Fernsehgeräten lauschende Untertanenschaft eine fundamentale Aussage hören:

“Ich habe mich überzeugt, daß es keine Gefahr für eine Restauration gibt."
Erbaulich auch die Antwort auf die Frage, inwieweit er (seine demokratisch gewählte Hoheit) denn seine Ankündigung, sich in seiner zweiten Amtsperiode als aktiver Kaiser Bundespräsident einbringen zu wollen, schon umgesetzt hätte.
“Klarstellen möchte ich, daß ich ja nicht angekündigt habe,  jetzt auf einmal ein Streithansl zu werden. Ich möchte schon an meiner überlegten und ruhigen Art als Bundespräsidenten festhalten.”
Dann wird der Journalist etwas keck und weist seine demokratische Hoheit daraufhin, daß er kürzlich sogar von seinem Hofstab, den Sozialdemokraten, eine Abfuhr bezüglich seines Wunsches der Wiedereinführung der Vermögens- und Erbschaftssteuer erhalten hätte. Doch von solch impertinent vorgetragener Insubordination seitens des Audienznehmers läßt sich UHBP nicht provozieren. Ruhig, besonnen, überlegt und mit der angemessenen, veranschaulichenden Gestik (siehe Bild) erklärt er dem armen Wolf Armin Wolf:
“ Von der SPÖ war das keine Abfuhr, sondern die Ankündigung eines Nachdenkprozesses. Es ist meine feste Überzeugung, daß wir früher oder später nicht umhinkönnen auf Einkommens und Vermögensverteilung größeren Wert zu legen, damit die Schere zwischen den reichsten und Ärmsten nicht größer wird. Das ist für den sozialen Frieden notwendig, das ist für das Gefühl, daß es gerecht zugeht notwendig und daran führt kein Weg vorbei.
Hätte UHBP am Schluß noch gesagt, “es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut”, wäre dieser Beitrag aus der Wiener Operettenburg Hofburg  perfekt gewesen.
(Das Audienzprotokoll gibt es hier noch für 7 Tage zur Nachbetrachtung)

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