Mittwoch, 22. Juni 2011

Wer sitzenbleibt - steigt auf

 

Sitzenbleiben ade! Das sind ja großartige Aussichten, mit denen die österreichischen Jungwählern von morgen gelockt werden.

Drei Nichtgenügend – kein Problem, da werden nur die “Module” nachgereicht, ganz leicht, mit persönlichem Betreuungslehrer, der dem Fünferkandidaten bei der nächsten fälligen Prüfung die Schreibhand führt, und schon geht’s aufwärts Richtung Studium – Karriere - Burnout!

Niemand wagt es, darüber nachzudenken, daß sich ein Schüler mit drei Nichtgenügend in der falschen Schule befinden, leistungsunwillig, oder- politisch unkorrekt ausgedrückt -  einfach dumm sein könnte?

Wie man das Bildungssystem und die darin verbildeten Beteiligten erfolgreich außer Gefecht setzen kann, hat Deutschland durch Einführung der Sekundarschulen  demonstriert, und die Autorin Freia Peters berichtet  auf “Welt online”, wie der Schulalltag der “Zwangsreformierten” an der Front abläuft.

In Berlin gibt es neben dem Gymnasium nur noch die integrierte Sekundarschule. Doch was den Unterricht verbessern sollte, führt oft ins Chaos. Report aus dem Klassenzimmer.

Es ist ein langer, aber aufschlußreicher Report, der von den österreichischen ”Bildungsaposteln” und dem Bildungsvolksbegehren-Initiator, Edelsozi und Dauersenfbeitrager Hannes Androsch mit Sicherheit nicht zur Kenntnis genommen werden wird.

Also freuen wir uns auf ähnliche Zustände wie diese:

Englisch, 8. Klasse, 7. Stunde. „Das wird jetzt nicht schön“, sagt Frau Espe. Sie soll recht behalten. Kurz gibt es Aufmerksamkeit, denn die Schüler befürchten, ich, die Reporterin, sei vom Jugendamt. Als das verneint wird, kehren die Schüler zurück zu ihrer rotzigen Gleichgültigkeit. Es fliegen Kügelchen durch die Gegend, alle reden durcheinander und beschimpfen sich gegenseitig.

„Du Opfer!“ „Du Missgeburt!“ Frau Espe wirft einen Schüler aus dem Klassenraum. Es hilft nicht. Jasmin klagt über Kopfschmerzen. „Ich will nach Hause, Sie können mir auch eine Sechs eintragen!“ Enem und Guido schieben laut quietschend ihren Tisch an die Wand. Die Ermahnung: „Sei mal leise!“, wird mit einem „Schnauze da!“ beantwortet.

Schnell wird klar: Unterricht ist unmöglich. Also lässt Espe die Schüler Vokabeln abschreiben. „Bring in der nächsten Stunde wenigstens deine Sachen mit“, ermahnt sie einen Schüler, bevor sie die Kinder nach Hause entlässt. (Vollständiger Artikel bei "Welt online")

Na, Frau Unterrichtsminister, hätten Sie nicht einmal Lust, vor solchen Schülern eine von Ihnen reformierte Unterrichtsstunde abzuhalten?  Dann müßten Sie wirklich keine Krimis mehr lesen. Sie hätten die begehrenswerte, darstellerisch profilierteste Rolle des Opfers, in einem tagtäglichen, immer wiederkehrenden Psychothriller.


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