Dienstag, 3. August 2010

Gretchenfrage(n)

Urknall1 In Goethes Faust hat Gretchen gefragt:
Nun sag, wie hast Du’s mit der Religion?
Was können wir heute darauf antworten, bzw. welche Fragen ergeben sich heutzutage aus dieser nur scheinbar simplen Frage? Würden wir irgendeinen Modetrend, angelehnt an eine fernöstliche Lebensweisheit darlegen? Würden wir es wagen, uns zum Christentum zu bekennen, welches angeblich überhaupt nicht mehr mit den modernen Zeiten konform geht?  Dieses in letzter Zeit so gebeutelte Christentum, welches bei den unbelehrbar konservativen Katholiken keine Priesterinnen zuläßt, den Coelibat beharrlich verteidigt und sich vehement der Ökumene mit den evangelischen Christen in den Weg stellt. Und sind die ach so modernen und aufgeschlossenenen, evangelischen Christen in ihrer selbstgerechten und fast schon beamtenmäßigen Ausübung des Christentums automatisch die besseren Christen?
 Worauf gründet dann die hohe Scheidungsrate bei evangelischen Pastoren und Pastorinnen und der prozentmäßig gesehene gleich hohe Schwund an Glaubensvolk, wie bei den Katholiken?
Wieso muß Religion überhaupt zeitgerecht sein? Sollten Werte, die das friedliche  Zusammenleben von Menschen bestimmen und ordnen können, nicht zeitlos sein und immerwährend? Wie ist das zum Beispiel beim Islam? Würde es irgendjemand wagen, einen moderneren, zeitgerechteren Islam zu fordern, wo Frauen nicht Eigentum des Mannes sind, unverschleiert an der Gesellschaft teilnehmen dürfen und ein selbstbestimmtes Leben führen können? Würde man es wagen, einen Imam derart in den Medien zu kritisieren, wie einen Bischof, einen Kardinal oder den Papst? Wohl kaum, denn man würde das nicht überleben!!
Gretchen muß heutzutage viele Fragen stellen und sie bleiben alle unbeantwortet. Sei es nun aus Ignoranz, Hochmut, oder Angst.  Wir haben es nicht mit der Religion. Vor allem nicht, wenn sie uns, wie das Christentum die Möglichkeit der freien Entscheidung bietet. Da entscheiden wir uns lieber für ein selbstgestricktes Konglomerat aus mehreren Religionen, das uns nicht behindert bei unseren Umtriebigkeiten und uns nicht auf eine Stufe stellt mit einem Glaubensvolk, das nichts besseres im Sinn hat, Moral und Ethik wenigstens ansatzweise zu bewahren, sowie puren Sex und Zügellosigkeit zu verteufeln. Und dann soll womöglich auch  noch die Option verwehrt werden, daß ungeborenes Leben auf “saubere und legale Weise” (Zitat der LH Gabi Burgstaller, Salzburg anläßlich der Eröffnung einer Abtreibungsklinik!) getötet wird. Das wäre wahrlich zuviel des Guten!

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