Donnerstag, 15. Juli 2010

Die Stadt ist laut,

aber nicht weil so viel Verkehr herrscht, oder weil es so viele Baustellen gibt, oder weil die Behörden so gerne auf den Straßen herumgraben. Nein, um diesen typischen Stadtlärm geht es nicht.
Ich schreibe hier vom Lärm der Seitenstraßen und den die Häuser umgebenden verbliebenen, bescheidenen Grünanlagen.
Diese werden mit Verbissenheit und höchstem technischen – und somit nervtötendem, lärmendem – Equipment bekämpft. Teilweise sind es Hauseigentümer selbst, aber zum Großteil sind es die sogenannten “facility managements” die mit Akribie und Selbstlosigkeit jedem noch so kleinen Blättchen und jedem noch so kurzem Hälmchen den Kampf ansagen und eine Armee wackerer Grünbekämpfer stellen.
Da möchte man sich zum Beispiel am späten Sommernachmittag  auf Terrasse, Balkon, oder vielleicht auch nur bei geöffnetem Fenster gemütlich zur Rast begeben. Endlich mal alle fünfe grad sein lassen und  ein bißchen durchschnaufen….. da wird man aus der schönsten Entspannungsphase herausgerissen: unsäglich lautes Knattern eines Laubbläsers, Staub und Dreckwolken steigen hoch bis in den 4. Stock. Ein emsiger Kämpfer wider die Natur hat  ein paar Blättchen aufgespürt, die es zu beseitigen und zu vernichten gilt! Nach einer halben Stunde legen sich Staub und Lärm, der einsame Kämpfer gegen die Natur hat seine Schlacht geführt und kehrt auf Beobachtung zurück.
Man probiert es erneut: durchschnaufen, die Seele baumeln lassen…………panzerartiges Getöse, diesmal aus der anderen Richtung – ein Rasenmähertraktor! Schon das zweite mal diese Woche, denn es ist Sommer und die bösen Blumen wachsen und das Gras sowieso. Eine Wiese mit Bewuchs, der länger als 2 cm hoch ist? Undenkbar! Wo kämen wir denn da hin? Wer braucht schon Bienen und Schmetterlinge, oder Käfer und all dies gefährliche Getier? In der Stadt hat das nichts verloren! Nach einer dreiviertel Stunde ist auch der Einsatz dieses Großstadtsoldaten erledigt. Der Ruhe und Entspannung suchende zeigt aber schon eine etwas erhöhte Reizbarkeit.
Trotzdem, man beginnt das Ritual nochmal von vorne: durchschnaufen, Füße hoch und ein bißchen tagträumen…… aus der Traum!!!!
Eine Hecke muß gezüchtigt werden. Da sind doch schon tatsächlich Triebe von sage und schreibe 15 cm Länge dran. Höchste Gefahr für Passanten. Das gefährliche Grünzeug könnte unangenehme Spuren hinterlassen. Also schweres Gerät aufgefahren und weg mit dem Zeug. Schnittabfälle landen am Gehsteig und nach einer guten Stunde unerträglichem Getöse, welches locker jeden Verkehrslärm übertrumpft, bleibt ein grüner Teppich auf dem Gehsteig zurück. Wer jetzt auf einen Infanteristen, ausgerüstet mit Besen und Schaufel wartet, hat die Realität schon weit hinter sich verloren. Der Soldat mit dem Laubbläser ist wieder da! Dieses Gerät hat schließlich genug PS und wird auch mit dieser feindlichen Grünarmee fertig.
Gnädigerweise ist es nun schon fast 20.00 Uhr. Also ein Ende ist abzusehen. Doch morgen ist auch noch ein Tag und jene Kriegsteilnehmer, welche heute nicht im Einsatz waren, sind bereit, morgen zu Felde zu ziehen……
freischneider laubblaeser rasentraktor
Ob es im Winter wohl ruhiger werden wird? Wohl kaum, aber das ist eine andere Geschichte, zu einer anderen Zeit. Nur soviel vorweg: Unten gezeigter Soldat ist ganz sicher eine Ausnahmeerscheinung!!!
Schneefraese nackt

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