Sonntag, 31. Juli 2011

Das Buch von Jürgen P. Fuß und der Name eines Führers

 

Auf dem Klappentext des Buches Erdogan ein Meister der Täuschung von Jürgen P. Fuß steht Bemerkenswertes:

…Erst nach einer Verfassungsänderung konnte Erdogan für das türkische Parlament kandidieren und am 11. März 2003 Ministerpräsident werden. Seit dieser Zeit beherrscht Erdogan die hohe Kunst des Verstellens, Verschleierns und Täuschens als erfolgreiche Methode eines schleichenden Machterwerbs. Fuß' faktenreiche und auf intimer Kenntnis der türkischen Verhältnisse basierende Arbeit zeigt: Erdogan, der aus der radikal-islamischen und autoritären Milli Görüs-Bewegung Erbakans kommt, strebt für die Türkei eine Führungsrolle in Europa, Vorderasien und im Nahen Osten an. Und der Islam soll die alle Lebensbereiche beherrschende Religion werden. Für Fuß gibt es deshalb nur eine zwingende politische Schlußfolgerung: Die Türkei darf nicht Mitglied im europäischen Staatenverbund werden.

Hier kommen aber eine Menge “Reizwörter” vor, die auch noch sinngemäß verwendet werden. Und dann noch die politisch vollkommen unkorrekte Aussage, daß die Türkei nicht in die EU dürfe?

Geht es nach den neuesten Bestrebungen deutscher und somit vermutlich auch österreichischer Sicherheitsbehörden – wir sind ja naturgemäß recht brave Nachahmer- dann müßte dieses Buch ja ebenso auf einen Index eingetragen werden, wie beispielsweise das Buch von Thilo Sarrazin. Ob ein “verhetzungspotentielles” Wort nun  online aufflackert oder schwarz auf weiß gedruckt ist, ist ja wohl einerlei.

Bemerkenswert ist die Rezension des Buches in einer APA Aussendung heute auf tt.online:

Zu dem [..] Schwächen des Buches zählt, dass die Namen der erwähnten Personen nicht in türkischer Schreibweise mit den entsprechenden Sonderzeichen geschrieben sind (Erdogan ohne Yumusak-“g“). Ein Sach- und Personenregister fehlt. Bei der Quellenangabe ist der Autor nicht immer sorgfältig. So wurde eine vom Rezensenten verfasste APA-Meldung ohne korrekte Nennung fast wortwörtlich übernommen - allerdings wurde aus der Berliner SPD-Politikerin Dilek Kolat ein Mann gemacht. (tt.online über APA)

Darf man derartiges in Kauf nehmen, daß in einem Buch der Führer aller Türken ohne Yumusak-“g” gedruckt wird?  Das alleine wäre schon “indexreif”! Aber das würde dann auch den Artikel auf tt.online betreffen; denn auch dort wird kein einziges mal das Yumusak-“g”-verwendet – sehr schwach!

Also, man nehme bitte in Hinkunft zur Kenntnis, wie man den Führer mit dem Bart orthographisch richtig zu Papier bzw. online zu bringen hat.

Zum türkischen Alphabet geht es hier.


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